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      <title>Gedichte by Klaus Böhm</title>
      <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte</link>
      <description>Gesammelt von Klaus Böhm</description>
      <language>en-us</language>
      <pubDate>2022-04-11 13:16:59 UTC</pubDate>
      <lastBuildDate>2026-04-20 21:45:04 UTC</lastBuildDate>
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         <title>Erwachen</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2139144876</link>
         <description><![CDATA[<div>Der Frühling ist gekommen<br>nach langer Winterszeit.<br>Das Eis ist fortgeschwommen,<br>kein Weg ist mehr verschneit.<br><br>Die Lerchen singend schweben<br>ob frisch ergrünter Flur.<br>Ringsum ein blühend Leben<br>und neuen Schaffens Spur.<br><br>(Louise Otto-Peters)</div>]]></description>
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         <pubDate>2022-04-11 13:21:14 UTC</pubDate>
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         <title>Vor dem Tor</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2139147518</link>
         <description><![CDATA[<div>Vom Eise befreit sind Strom und Bäche<br>Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,<br>Im Tale grünet Hoffnungsglück;<br>Der alte Winter, in seiner Schwäche,<br>Zog sich in rauhe Berge zurück.<br>Von dort her sendet er, fliehend, nur<br>Ohnmächtige Schauer körnigen Eises<br>In Streifen über die grünende Flur.<br>Aber die Sonne duldet kein Weißes,<br>Überall regt sich Bildung und Streben,<br>Alles will sie mit Farben beleben;<br>Doch an Blumen fehlts im Revier,<br>Sie nimmt geputzte Menschen dafür.<br>Kehre dich um, von diesen Höhen<br>Nach der Stadt zurück zu sehen!<br>Aus dem hohlen finstern Tor<br>Dringt ein buntes Gewimmel hervor.<br>Jeder sonnt sich heute so gern.<br>Sie feiern die Auferstehung des Herrn,<br>Denn sie sind selber auferstanden:<br>Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,<br>Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,<br>Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,<br>Aus der Straßen quetschender Enge,<br>Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht<br>Sind sie alle ans Licht gebracht.<br>Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge<br>Durch die Gärten und Felder zerschlägt,<br>Wie der Fluß in Breit und Länge<br>So manchen lustigen Nachen bewegt,<br>Und, bis zum Sinken überladen,<br>Entfernt sich dieser letzte Kahn.<br>Selbst von des Berges fernen Pfaden<br>Blinken uns farbige Kleider an.<br>Ich höre schon des Dorfs Getümmel,<br>Hier ist des Volkes wahrer Himmel,<br>Zufrieden jauchzet groß und klein:<br>Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!<br><br>(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)</div><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2022-04-11 13:22:49 UTC</pubDate>
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         <title>Die Bürgschaft</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2139152385</link>
         <description><![CDATA[<div>Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich<br>Damon, den Dolch im Gewande:<br>Ihn schlugen die Häscher in Bande,<br>"Was wolltest du mit dem Dolche? sprich!"<br>Entgegnet ihm finster der Wüterich.<br>"Die Stadt vom Tyrannen befreien!"<br>"Das sollst du am Kreuze bereuen."<br><br>"Ich bin", spricht jener, "zu sterben bereit<br>Und bitte nicht um mein Leben:<br>Doch willst du Gnade mir geben,<br>Ich flehe dich um drei Tage Zeit,<br>Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;<br>Ich lasse den Freund dir als Bürgen,<br>Ihn magst du, entrinn' ich, erwürgen."<br><br>Da lächelt der König mit arger List<br>Und spricht nach kurzem Bedenken:<br>"Drei Tage will ich dir schenken;<br>Doch wisse, wenn sie verstrichen, die Frist,<br>Eh' du zurück mir gegeben bist,<br>So muß er statt deiner erblassen,<br>Doch dir ist die Strafe erlassen."<br><br>Und er kommt zum Freunde: "Der König gebeut,<br>Daß ich am Kreuz mit dem Leben<br>Bezahle das frevelnde Streben.<br>Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,<br>Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;<br>So bleib du dem König zum Pfande,<br>Bis ich komme zu lösen die Bande."<br><br>Und schweigend umarmt ihn der treue Freund<br>Und liefert sich aus dem Tyrannen;<br>Der andere ziehet von dannen.<br>Und ehe das dritte Morgenrot scheint,<br>Hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,<br>Eilt heim mit sorgender Seele,<br>Damit er die Frist nicht verfehle.<br><br>Da gießt unendlicher Regen herab,<br>Von den Bergen stürzen die Quellen,<br>Und die Bäche, die Ströme schwellen.<br>Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab,<br>Da reißet die Brücke der Strudel herab,<br>Und donnernd sprengen die Wogen<br>Des Gewölbes krachenden Bogen.<br><br>Und trostlos irrt er an Ufers Rand:<br>Wie weit er auch spähet und blicket<br>Und die Stimme, die rufende, schicket.<br>Da stößet kein Nachen vom sichern Strand,<br>Der ihn setze an das gewünschte Land,<br>Kein Schiffer lenket die Fähre,<br>Und der wilde Strom wird zum Meere.<br><br>Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,<br>Die Hände zum Zeus erhoben:<br>"O hemme des Stromes Toben!<br>Es eilen die Stunden, im Mittag steht<br>Die Sonne, und wenn sie niedergeht<br>Und ich kann die Stadt nicht erreichen,<br>So muß der Freund mir erbleichen."<br><br>Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,<br>Und Welle auf Welle zerrinnet,<br>Und Stunde an Stunde ertrinnet.<br>Da treibt ihn die Angst, da faßt er sich Mut<br>Und wirft sich hinein in die brausende Flut<br>Und teilt mit gewaltigen Armen<br>Den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.<br><br>Und gewinnt das Ufer und eilet fort<br>Und danket dem rettenden Gotte;<br>Da stürzet die raubende Rotte<br>Hervor aus des Waldes nächtlichem Ort,<br>Den Pfad ihm sperrend, und schnaubend Mord<br>Und hemmet des Wanderers Eile<br>Mit drohend geschwungener Keule.<br><br>"Was wollt ihr?" ruft er vor Schrecken bleich,<br>"Ich habe nichts als mein Leben,<br>Das muß ich dem Könige geben!"<br>Und entreißt die Keule dem nächsten gleich:<br>"Um des Freundes willen erbarmet euch!"<br>Und drei mit gewaltigen Streichen<br>Erlegt er, die andern entweichen.<br><br>Und die Sonne versendet glühenden Brand,<br>Und von der unendlichen Mühe<br>Ermattet sinken die Knie.<br>"O hast du mich gnädig aus Räubershand,<br>Aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,<br>Und soll hier verschmachtend verderben,<br>Und der Freund mir, der liebende, sterben!"<br><br>Und horch! da sprudelt es silberhell,<br>Ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,<br>Und stille hält er, zu lauschen;<br>Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell,<br>Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell,<br>Und freudig bückt er sich nieder<br>Und erfrischet die brennenden Glieder.<br><br>Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün<br>Und malt auf den glänzenden Matten<br>Der Bäume gigantische Schatten;<br>Und zwei Wanderer sieht er die Straße ziehn,<br>Will eilenden Laufes vorüber fliehn,<br>Da hört er die Worte sie sagen:<br>"Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen."<br><br>Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß,<br>Ihn jagen der Sorge Qualen;<br>Da schimmern in Abendrots Strahlen<br>Von ferne die Zinnen von Syrakus,<br>Und entgegen kommt ihm Philostratus,<br>Des Hauses redlicher Hüter,<br>Der erkennet entsetzt den Gebieter:<br><br>"Zurück! du rettest den Freund nicht mehr,<br>So rette das eigene Leben!<br>Den Tod erleidet er eben.<br>Von Stunde zu Stunde gewartet' er<br>Mit hoffender Seele der Wiederkehr,<br>Ihm konnte den mutigen Glauben<br>Der Hohn des Tyrannen nicht rauben."<br><br>"Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht,<br>Ein Retter, willkommen erscheinen,<br>So soll mich der Tod ihm vereinen.<br>Des rühme der blut'ge Tyrann sich nicht,<br>Daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,<br>Er schlachte der Opfer zweie<br>Und glaube an Liebe und Treue!"<br><br>Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor,<br>Und sieht das Kreuz schon erhöhet,<br>Das die Menge gaffend umstehet;<br>An dem Seile schon zieht man den Freund empor,<br>Da zertrennt er gewaltig den dichter Chor:<br>"Mich, Henker", ruft er, "erwürget!<br>Da bin ich, für den er gebürget!"<br><br>Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,<br>In den Armen liegen sich beide<br>Und weinen vor Schmerzen und Freude.<br>Da sieht man kein Augen tränenleer,<br>Und zum Könige bringt man die Wundermär';<br>Der fühlt ein menschliches Rühren,<br>Läßt schnell vor den Thron sie führen,<br><br>Und blicket sie lange verwundert an.<br>Drauf spricht er: "Es ist euch gelungen,<br>Ihr habt das Herz mir bezwungen;<br>Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn -<br>So nehmet auch mich zum Genossen an:<br>Ich sei, gewährt mir die Bitte,<br>In eurem Bunde der Dritte!"<br><br>(Friedrich Schiller)</div>]]></description>
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         <pubDate>2022-04-11 13:25:38 UTC</pubDate>
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         <title>Der Zauberlehrling</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2139155282</link>
         <description><![CDATA[<div>Hat der alte Hexenmeister<br>sich doch einmal wegbegeben!<br>Und nun sollen seine Geister<br>auch nach meinem Willen leben.<br>Seine Wort und Werke<br>merkt ich und den Brauch,<br>und mit Geistesstärke<br>tu ich Wunder auch.<br><br>Walle! walle<br>Manche Strecke,<br>daß, zum Zwecke,<br>Wasser fließe<br>und mit reichem, vollem Schwalle<br>zu dem Bade sich ergieße.<br><br>Und nun komm, du alter Besen!<br>Nimm die schlechten Lumpenhüllen;<br>bist schon lange Knecht gewesen:<br>nun erfülle meinen Willen!<br>Auf zwei Beinen stehe,<br>oben sei ein Kopf,<br>eile nun und gehe<br>mit dem Wassertopf!<br><br>Walle! walle<br>manche Strecke,<br>daß, zum Zwecke,<br>Wasser fließe<br>und mit reichem, vollem Schwalle<br>zu dem Bade sich ergieße.<br><br>Seht, er läuft zum Ufer nieder,<br>Wahrlich! ist schon an dem Flusse,<br>und mit Blitzesschnelle wieder<br>ist er hier mit raschem Gusse.<br>Schon zum zweiten Male!<br>Wie das Becken schwillt!<br>Wie sich jede Schale<br>voll mit Wasser füllt!<br><br>Stehe! stehe!<br>denn wir haben<br>deiner Gaben<br>vollgemessen! –<br>Ach, ich merk es! Wehe! wehe!<br>Hab ich doch das Wort vergessen!<br><br>Ach, das Wort, worauf am Ende<br>er das wird, was er gewesen.<br>Ach, er läuft und bringt behände!<br>Wärst du doch der alte Besen!<br>Immer neue Güsse<br>bringt er schnell herein,<br>Ach! und hundert Flüsse<br>stürzen auf mich ein.<br><br>Nein, nicht länger<br>kann ichs lassen;<br>will ihn fassen.<br>Das ist Tücke!<br>Ach! nun wird mir immer bänger!<br>Welche Miene! welche Blicke!<br><br>O du Ausgeburt der Hölle!<br>Soll das ganze Haus ersaufen?<br>Seh ich über jede Schwelle<br>doch schon Wasserströme laufen.<br>Ein verruchter Besen,<br>der nicht hören will!<br>Stock, der du gewesen,<br>steh doch wieder still!<br><br>Willst am Ende<br>gar nicht lassen?<br>Will dich fassen,<br>will dich halten<br>und das alte Holz behende<br>mit dem scharfen Beile spalten.<br><br>Seht da kommt er schleppend wieder!<br>Wie ich mich nur auf dich werfe,<br>gleich, o Kobold, liegst du nieder;<br>krachend trifft die glatte Schärfe.<br>Wahrlich, brav getroffen!<br>Seht, er ist entzwei!<br>Und nun kann ich hoffen,<br>und ich atme frei!<br><br>Wehe! wehe!<br>Beide Teile<br>stehn in Eile<br>schon als Knechte<br>völlig fertig in die Höhe!<br>Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!<br><br>Und sie laufen! Naß und nässer<br>wirds im Saal und auf den Stufen.<br>Welch entsetzliches Gewässer!<br>Herr und Meister! hör mich rufen! –<br>Ach, da kommt der Meister!<br>Herr, die Not ist groß!<br>Die ich rief, die Geister<br>werd ich nun nicht los.<br><br>»In die Ecke,<br>Besen, Besen!<br>Seids gewesen.<br>Denn als Geister<br>ruft euch nur<br>zu seinem Zwecke,<br>erst hervor<br>der alte Meister.«</div>]]></description>
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         <pubDate>2022-04-11 13:27:15 UTC</pubDate>
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      </item>
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         <title>John Maynard</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2139157863</link>
         <description><![CDATA[<div>John Maynard!</div><div>"Wer ist John Maynard?"</div><div>"John Maynard war unser Steuermann,<br>Aushielt er, bis er das Ufer gewann,<br>Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,<br>Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.<br>John Maynard."</div><div>*</div><div>Die "Schwalbe" fliegt über den Eriesee<sup> 1)</sup>,<br>Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;<br>Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -<br>Die Herzen aber sind frei und froh,<br>Und die Passagiere mit Kindern und Fraun<br>Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,<br>Und plaudernd an John Maynard heran<br>Tritt alles: "Wie weit noch, Steuermann?"<br>Der schaut nach vorn und schaut in die Rund:<br>"Noch dreißig Minuten ... halbe Stund."</div><div>Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -<br>Da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei,<br>"Feuer!" war es, was da klang,<br>Ein Qualm aus Kajüt und Luke drang,<br>Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,<br>Und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.</div><div>Und die Passagiere, buntgemengt,<br>Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,<br>Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,<br>Am Steuer aber lagert sich's dicht,<br>Und ein Jammern wird laut: "Wo sind wir? Wo?"<br>Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo. -</div><div>Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,<br>Der Kapitän nach dem Steuer späht,<br>Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,<br>Aber durchs Sprachrohr fragt er an:<br>"Noch da, John Maynard?"<br>"Ja, Herr. Ich bin."<br>"Auf den Strand! In die Brandung!"<br>"Ich halte drauf hin."<br>Und das Schiffvolk jubelt: "Halt aus! Hallo!"<br>Und noch zehn Minuten bis Buffalo. -</div><div>"Noch da, John Maynard?" Und Antwort schallt's<br>Mit ersterbender Stimme: "Ja, Herr, ich halt's!"<br>Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,<br>Jagt er die "Schwalbe" mitten hinein.<br>Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.<br>Rettung: der Strand von Buffalo!</div><div>*</div><div>Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.<br>Gerettet alle. Nur einer fehlt.</div><div>*</div><div>Alle Glocken gehn; ihre Töne schwell'n<br>Himmelan aus Kirchen und Kapell'n,<br>Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,<br>Ein Dienst nur, den sie heute hat:<br>Zehntausend folgen oder mehr,<br>Und kein Aug im Zuge, das tränenleer.</div><div>Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,<br>Mit Blumen schließen sie das Grab,<br>Und mit goldner Schrift in den Mamorstein<br>Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:</div><div>"Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand<br>Hielt er das Steuer fest in der Hand,<br>Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,<br>Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.<br>John Maynard!"</div><div>Theodor Fontane<br>(1885)</div><div><br><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2022-04-11 13:28:45 UTC</pubDate>
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      </item>
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         <title>Fausts Vision</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2139161391</link>
         <description><![CDATA[<div>Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,<br>Verpestet alles schon Errungene.<br>Den faulen Pfuhl auch abzuziehen,<br>Das letzte wär das Höchsterrungene.<br>So eröffne ich Räume vielen Millionen,<br>Nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen.<br>Grün das Gefilde, fruchtbar! Mensch und Herde<br>Sogleich behaglich auf der neusten Erde.<br>Als Gleiche angesiedelt an des Hügels Kraft,<br>Den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft!<br>Im Innern hier ein paradiesisch Land,<br>Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,<br>Und wie sie nascht, gewaltsam einzuschießen,<br>Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.<br>Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,<br>Das ist der Weisheit letzter Schluss.<br>Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,<br>Der täglich sie erobern muss!<br>Und so verbringt, umrungen von Gefahr,<br>Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.<br>Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,<br>Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn!<br>Zum Augenblicke dürft ich sagen:<br>Verweile doch, du bist so schön!<br>Es kann die Spur von meinen Erdentagen<br>Nicht in Äonen untergehn. –<br>Im Vorgefühl von solchem hohen Glück<br>Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick …</div>]]></description>
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         <pubDate>2022-04-11 13:30:53 UTC</pubDate>
         <guid>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2139161391</guid>
      </item>
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         <title>Der Handschuh</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2163773417</link>
         <description><![CDATA[<div>Vor seinem Löwengarten,</div><div>Das Kampfspiel zu erwarten,</div><div>Saß König Franz,</div><div>Und um ihn die Großen der Krone,</div><div>Und rings auf hohem Balkone</div><div>Die Damen in schönem Kranz.</div><div><br></div><div>Und wie er winkt mit dem Finger,</div><div>Auftut sich der weite Zwinger,</div><div>Und hinein mit bedächtigem Schritt</div><div>Ein Löwe tritt</div><div>Und sieht sich stumm</div><div>Ringsum</div><div>Mit langem Gähnen</div><div>Und schüttelt die Mähnen</div><div>Und streckt die Glieder</div><div>Und legt sich nieder.</div><div><br></div><div>Und der König winkt wieder,</div><div>Da öffnet sich behend</div><div>Ein zweites Tor,</div><div>Daraus rennt</div><div>Mit wildem Sprunge</div><div>Ein Tiger hervor.</div><div><br></div><div>Wie der den Löwen erschaut,</div><div>Brüllt er laut,</div><div>Schlägt mit dem Schweif</div><div>Einen furchtbaren Reif</div><div>Und recket die Zunge,</div><div>Und im Kreise scheu</div><div>Umgeht er den Leu,</div><div>Grimmig schnurrend,</div><div>Drauf streckt er sich murrend</div><div>Zur Seite nieder.</div><div><br></div><div>Und der König winkt wieder,</div><div>Da speit das doppelt geöffnete Haus</div><div>Zwei Leoparden auf einmal aus,</div><div>Die stürzen mit mutiger Kampfbegier</div><div>Auf das Tigertier;</div><div>Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,</div><div>Und der Leu mit Gebrüll</div><div>Richtet sich auf, da wirds still;</div><div>Und herum im Kreis,</div><div>Von Mordsucht heiß,</div><div>Lagern sich die greulichen Katzen.</div><div><br></div><div>Da fällt von des Altans Rand</div><div>Ein Handschuh von schöner Hand</div><div>Zwischen den Tiger und den Leun</div><div>Mitten hinein.</div><div><br></div><div>Und zu Ritter Delorges, spottenderweis,</div><div>Wendet sich Fräulein Kunigund:</div><div>"Herr Ritter, ist Eure Lieb so heiß,</div><div>Wie Ihr mirs schwört zu jeder Stund,</div><div>Ei, so hebt mir den Handschuh auf!"</div><div><br></div><div>Und der Ritter, in schnellem Lauf,</div><div>Steigt hinab in den furchtbaren Zwinger</div><div>Mit festem Schritte,</div><div>Und aus der Ungeheuer Mitte</div><div>Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.</div><div><br></div><div>Und mit Erstaunen und mit Grauen</div><div>Sehns die Ritter und Edelfrauen,</div><div>Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.</div><div>Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,</div><div>Aber mit zärtlichem Liebesblick —</div><div>Er verheißt ihm sein nahes Glück —</div><div>Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.</div><div>Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:</div><div>"Den Dank, Dame, begehr ich nicht!"</div><div>Und verläßt sie zur selben Stunde.</div>]]></description>
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         <pubDate>2022-04-29 04:45:22 UTC</pubDate>
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      </item>
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         <title>Abendlied</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2163775497</link>
         <description><![CDATA[<div>Der Mond ist aufgegangen<br>Die goldnen Sternlein prangen<br>Am Himmel hell und klar:<br>Der Wald steht schwarz und schweiget,<br>Und aus den Wiesen steiget<br>Der weiße Nebel wunderbar.</div><div><br>Wie ist die Welt so stille,<br>Und in der Dämmrung Hülle<br>So traulich und so hold!<br>Als eine stille Kammer,<br>Wo ihr des Tages Jammer<br>Verschlafen und vergessen sollt.<br><br></div><div><br>Seht ihr den Mond dort stehen?<br>Er ist nur halb zu sehen,<br>Und ist doch rund und schön.<br>So sind wohl manche Sachen,<br>Die wir getrost belachen,<br>Weil unsre Augen sie nicht sehn.<br><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2022-04-29 04:48:02 UTC</pubDate>
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      </item>
      <item>
         <title>Ode an die Freude</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2163776286</link>
         <description><![CDATA[<div>Freude, schöner Götterfunken,<br>Tochter aus Elysium,<br>wir betreten feuertrunken,<br>Himmlische, dein Heiligtum!<br>Deine Zauber binden wieder,<br>was die Mode streng geteilt;<br>Alle Menschen werden Brüder,<br>wo dein sanfter Flügel weilt.</div><div><br>Wem der große Wurf gelungen,&nbsp;<br>eines Freundes Freund zu sein,<br>wer ein holdes Weib errungen,<br>mische seinen Jubel ein!<br>Ja, wer auch nur eine Seele<br>Sein nennt auf dem Erdenrund!<br>Und wer‘s nie gekonnt, der stehle<br>weinend sich aus diesem Bund!<br><br></div><div><br>Freude trinken alle Wesen<br>an den Brüsten der Natur;<br>Alle Guten, alle Bösen<br>folgen ihrer Rosenspur.<br>Küsse gab sie uns und Reben,<br>einen Freund, geprüft im Tod;<br>Wollust ward dem Wurm gegeben,<br>und der Cherub steht vor Gott.<br><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2022-04-29 04:49:02 UTC</pubDate>
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      </item>
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         <title>Der Erlkönig</title>
         <author>klausboehm</author>
         <link>https://padlet.com/klausboehm/gedichte/wish/2185645936</link>
         <description><![CDATA[<div>Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?<br>Es ist der Vater mit seinem Kind;<br>Er hat den Knaben wohl in dem Arm,<br>Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.<br><br>Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –<br>Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?<br>Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? –<br>Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –<br><br>„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!<br>Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;<br>Manch’ bunte Blumen sind an dem Strand,<br>Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“ –<br><br>Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,<br>Was Erlenkönig mir leise verspricht? –<br>Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;<br>In dürren Blättern säuselt der Wind. –<br><br>„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?<br>Meine Töchter sollen dich warten schön;<br>Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn<br>Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“ –<br><br>Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort<br>Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –<br>Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:<br>Es scheinen die alten Weiden so grau. –<br><br>„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;<br>Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ –<br>Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!<br>Erlkönig hat mir ein Leids getan! –<br><br>Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind,<br>Er hält in Armen das ächzende Kind,<br>Erreicht den Hof mit Mühe und Not;<br>In seinen Armen das Kind war tot.</div>]]></description>
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         <pubDate>2022-05-16 12:51:36 UTC</pubDate>
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