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      <title>NDL5-Projektgruppe by An Lu</title>
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      <description>Intergeschlechtlichkeit in der Literatur des 19. Jahrhunderts bis heute</description>
      <language>en-us</language>
      <pubDate>2023-05-04 08:55:56 UTC</pubDate>
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         <title></title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[]]></description>
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         <pubDate>2023-05-06 08:39:29 UTC</pubDate>
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         <title>Hintergrund</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<div><br></div><ul><li>Tag des inter* Gedenkens wird jedes Jahr am 8. November begangen, dem Geburtstag von Herculine Barbin, welche als inter* Person im Frankreich des 19. Jahrhunderts lebt | nimmt sich 1868 mit 30 Jahren das Leben</li><li>Verbindung zu Homosexualität | Liebe zu kränklichen Mitschülerin Lea | Liebe zu Thécla, Küsse (44) | Liebe zu Sara, Ausziehen (63), Liebesakt (67) → im Frankreich des 19 Jh. muss Person sich für ein Geschlecht entscheiden, Möglichkeit der einmaligen Geschlechtsänderung, Homosexualität hingegen abgelehnt&nbsp;</li></ul><div>&nbsp;<br><strong><mark>Intergeschlechtlichkeit im 19. Jahrhundert</mark></strong><br><br><strong>Einflüsse aus dem 18. Jahrhundert</strong></div><div>- wichtiger Faktor: Herausbildung der medizinischen Disziplin im 18. Jahrhundert</div><div>- Identifizierung des „wahren Geschlechts“ rückte in den Fokus der Wissenschaft&nbsp;</div><div>- im Laufe des 18. Jahrhundert Entwicklung zur systematischen Unterscheidung der Geschlechterkörper in zwei sich ausschließende natürliche Einheiten&nbsp;</div><div>- Überlegungen zum Kern des Hermaphroditen, auch Geschlechtsoperationen wurden in Betracht gezogen<br><br></div><div><strong>19. Jahrhundert</strong></div><div>- Annahme, dass Hermaphroditismus eine Störung in der Geschlechtsentwicklung sei, gehemmte Entwicklung</div><div>- außerdem teleologische Auffassung der Biologie, dass Fortpflanzung (und damit die binäre Geschlechtsentwicklung) das höchste Ziel der Menschheit sei&nbsp;</div><div>- zunehmend gaben die Gonaden (nicht mehr die äußeren Genitale) Auskunft über das „wahre Geschlecht“, mit dem Erforschen von Hormonen und Genetik änderte sich dies erneut (Suche nach einem ausschlaggebenden Kriterium ist ein bis heute andauernder Prozess)&nbsp;</div><div>- umfassende Verobjektivierung der Betroffenen, eigene Aussagen der Betroffenen wurden immer mehr angezweifelt&nbsp;</div><div>- Unterstellung einer „lasterhaften Sexualität“ -&gt; Folgen: juristische Verfolgung oder Psychiatrisierung <br><br><strong>Rechtliche Lage:&nbsp;</strong></div><div>- Preußisches Landrecht (1794 – 1900) sog. Zwitterparagraf: Eltern eines Kindes entschieden das Erziehungsgeschlecht, bei Volljährigkeit durften die Betroffenen sich für ein Geschlecht entscheiden (falls dies keinem Dritten schadete, in solchen Fällen wurden Sachverständige hinzugezogen)</div><div>- ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dies mehr und mehr hinterfragt, da Definition von „Zwittern“ unklar war, Stärkung der Position des medizinischen Sachverständigen&nbsp;</div><div>- Streichung des Paragrafen im Jahr 1900, zuvor (ab 1876) bereits Änderung der rechtlichen Praxis, ein Geschlecht des Kindes musste ins Geburtenregister eingetragen werden, dieser Eintrag konnte nur geändert werden, wenn Betroffene nachweisen konnten, dass ursprünglicher Eintrag falsch gewesen war (Neuformulierung erst 2013)<br><br><br></div><div>Quelle: <a href="https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-12496-0_78">https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-12496-0_78</a>&nbsp;<br><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-05-06 08:48:09 UTC</pubDate>
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         <title>Thesen</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<ol><li>Die Geschlechtsänderung Barbins wird von Anderen entschieden, was die Hauptfigur in eine passive Rolle drängt. Zudem wird sie vor allem durch die Ärzte&nbsp; <strong>objektiviert und nur als wissenschaftlich interessanter Fall angesehen. Verstärkt wird dies durch die Erzählweise</strong>: Die eigene Wahrnehmung der Erzählinstanz wird nur oberflächlich angeschnitten, stattdessen stehen die Urteile der Anderen im Vordergrund.</li><li>Das <strong>Motiv der Schuld</strong> durchzieht den ganzen Text. Vor allem durch religiöse Vorstellungen, etwa durch den Beichtvater an die Hauptfigur herangetragen (70), gerät die Letztere in einen Zustand der Verwirrung, geprägt von Scham und Schuldgefühlen bei sexuellen Empfindungen (S. 48 f.). Die Verbindung von Religiosität und Schuldgefühlen in Sexualität und Geschlecht wird auch in den anderen Texten an mehreren Stellen behandelt.</li><li>Barbin <strong>muss mit dem ehemaligem Leben abschließen und einen Teil von sich verleugnen</strong>, um von nun als Mann leben zu können. Von einem Tag auf den anderen hat die Hauptfigur dadurch ein vollkommen anderes Leben, in das sie sich nur schwer einfügen kann.</li><li>Neben dem Motiv der Schuld ist auch der <strong>Schmerz </strong>ein wichtiger Aspekt in Barbins Bericht. Es wird beispielsweise von „unendlich[em] Schmerz (S. 21) gesprochen. Dieser Schmerz bildet die Verbindung zwischen dem Innerlichen und dem Äußerlichen von Barbin. Leid findet hier mental und körperlich zugleich statt.&nbsp;</li><li>Barbins Verwendung von sowohl weiblichen als auch männlichen Bezeichnungen für sich selbst deutet auf eine eigene <strong>Unentschlossenheit </strong>hin. Barbin wechselt teilweise sogar in einem Satz zwischen männlichen und weiblichen Formen der Bezeichnung: „Ich war seine Vorleserin, sein Sekretär.“ (S. 35) Es entsteht der Eindruck, dass Barbin sich in unterschiedlichen Situationen auch unterschiedlich wahrnimmt. Besonders die Verwendung des Begriffs „Liebhaber“ (S. 67) zeigt, wie Barbin sich selbst innerhalb der Beziehung zu anderen Frauen sieht und sich hier scheinbar im Bereich des Männlichen verortet.&nbsp;</li><li>Durch Barbins Erzählungen wird deutlich, wie sehr das Leben einer Person <strong>von dem eigenen Geschlecht abhängig</strong> war. Durch die Erziehung in einer Mädchenschule ist Barbins Erziehung stark weiblich geprägt. Nach der offiziellen Eintragung des männlichen Geschlechts leidet Barbin an einer Identitätskrise, die auch dadurch ausgelöst wird, dass Barbin dazu gezwungen wird, in einem männlichen (Arbeits-)system zu leben, ohne die nötigen Kenntnisse erhalten zu haben. Die völlig unterschiedliche Erziehung der Geschlechter sorgt hier dafür, dass ein Wechsel innerhalb des Systems kaum möglich ist. Finanzielle Schwierigkeiten und Perspektivlosigkeit sind die Folgen.&nbsp;</li><li>Das Gefühl von <strong>Einsamkeit</strong>, ausgelöst durch ein Ausgeschlossensein, wird bereits in der Jugend von Barbin thematisiert. Dieses Gefühl erreicht ihren Höhepunkt nach der Eintragung des männlichen Geschlechts, da sich Barbin in dem binären System der Geschlechter auf keiner der beiden Seiten zugehörig fühlt. Auch ist in der Zeit niemand Intergeschlechtliches bekannt, sodass Barbin sich noch einsamer und fremdartiger fühlt und ihre Mitmenschen hilflos auf ihre Intergeschlechtlichkeit reagieren.</li><li>Im Text wird versucht, eine Antwort auf die eigene Identität zu finden, welche stark von der Intergeschlechtlichkeit geprägt ist. Barbin spricht von einer "doppelten und merkwürdigen Existenz“ (111), was zu der Frage führt, ob Intergeschlechtlichkeit wirklich etwas ‚doppeltes‘ oder ‚dazwischen‘ ist, oder ob es sich nicht einfach um ein <strong>nicht-binäres Geschlecht</strong> handelt. Da Barbin auch im Leben als Mann nicht glücklich ist, würde die nicht-binäre Geschlechtsidentität vermutlich zu Barbin passen. Allerdings war es im Frankreich des 19. Jahrhunderts nicht möglich, mit einem Geschlecht außerhalb des binären Systems anerkannt zu werden.</li></ol>]]></description>
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         <pubDate>2023-05-06 09:03:23 UTC</pubDate>
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         <title>Verbindung zu anderen Texten</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<ul><li>Erzählinstanz ist von Ovids <em>Metamorphosen</em> besonders fasziniert (36)</li><li>gesellschaftlicher Druck, sich für ein Geschlecht zu entscheiden -&gt; Elbe, Annabel/Wayne</li><li>Passivität -&gt; Annabel/Wayne, Elbe</li><li>Autodiegetische Ich-Erzählung -&gt; Baer, Cal</li></ul><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-05-06 09:04:09 UTC</pubDate>
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         <title>Bild von Lili Elbe</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[]]></description>
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         <pubDate>2023-05-24 17:23:37 UTC</pubDate>
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         <title>Hintergrund</title>
         <author>annikabroocks</author>
         <link>https://padlet.com/annikabroocks/hcy77zs89ozkc82q/wish/2603608529</link>
         <description><![CDATA[<div>- 1910-1930 'Einübungsphase' von geschlechtsangleichenden Operationen<br>- der im Text erwähnte Professor Magnus Hirschfeld ist Gründer des weltweit ersten Instituts für Sexualwissenschaft, treibt Forschung über Sexualität und Gender in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts voran<br><br><strong>Bundesstiftung Magnus Hirschfeld</strong><br>-	„Wissen schafft Akzeptanz“<br>-	Zitat Magnus Hirschfeld: „Die Menschen sind, wenn überhaupt etwas, dann von Geburt an ungleich.“<br>-	Förderung der Erforschung geschlechtlicher und sexueller Diversität<br>-	Initiierung und Förderung von Maßnahmen und Projekten der LSBTIQ*-lebensweltorientierten Bildungsarbeit in Deutschland, Arbeit für Akzeptanz von LSBTIQ* unter anderem in Schule und in der Arbeitswelt<br>-	Archiv der anderen Erinnerungen, in dem lebensgeschichtliche Videointerviews von LSBTIQ* erhoben und erschlossen werden, Gedenk- und Aktionstage<br>https://mh-stiftung.de/<br><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-05-24 17:24:11 UTC</pubDate>
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         <title>Verbindung zu anderen Texten</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<ul><li>Titel ursprünglich Zusatz „Eine Lebensbeichte“ → Begriff der Beichte auch bei Barbin genutzt | Bezug zur Schuld&nbsp;</li><li>Intergeschlechtlichkeit akzeptiert, solange man sich für ein Geschlecht entscheidet, Homosexualität hingegen verachtet -&gt; Verbindung zu Barbins Text</li><li>Suizidgedanken → wie bei Barbin</li><li>Unterschied zu Barbin: OPs zu Lili Elbes Zeit schon möglich&nbsp;</li><li>körperliche und psychische Schmerzen Auslöser für Aufsuchen der Ärzte -&gt; wie Barbin</li></ul><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-05-24 17:24:30 UTC</pubDate>
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         <title>Thesen</title>
         <author>annikabroocks</author>
         <link>https://padlet.com/annikabroocks/hcy77zs89ozkc82q/wish/2603609244</link>
         <description><![CDATA[<ol><li>Im Gegensatz zu anderen intergeschlechtlichen Hauptfiguren erhält Lili Elbe von Anfang an <strong>Unterstützung von ihrem Umfeld</strong>. Besonders ihre Frau Gerda wird als starke, unabhängige Frau gezeichnet, die Elbe ermutigt und hilft. Wenn man bedenkt, in welcher Zeit der Roman spielt, ist die Akzeptanz des Anderssein Elbes nicht selbstverständlich.&nbsp;</li><li>Wie in anderen Texten mit intergeschlechtlichen Hauptfiguren wird auch hier <strong>Intergeschlechtlichkeit nur solange akzeptiert, wie sich die entsprechende Person für ein Geschlecht entscheidet</strong>. So betont der Arzt: „[…] ich vermute, dass Sie sowohl männliche wie weibliche Organe besitzen, und keins von beiden hat Raum genug erhalten, um sich völlig zu entwickeln. Es ist ein Glück für Sie, dass Sie sich so ausgesprochen als Weib fühlen“ (36). Auch Elbe distanziert sich voll und ganz von Einar und nennt ihr früheres Ich tot.&nbsp;</li><li>Das <strong>Geschlecht wird von der sexuellen Orientierung abhängig gemacht</strong>. Beispielsweise fragt der Arzt Elbe, wie die Männer auf sie reagieren (38). Nach den geschlechtsangleichenden Operationen fühlt sich Elbe zudem plötzlich nicht mehr sexuell von Frauen angezogen (294).</li><li>Die Hauptfigur hat an einer Stelle selbst die <strong>Erkenntnis über ihr Intergeschlechtlichsein</strong>: „So kam es, dass ich mir selbstständig eine Meinung bildete, nämlich, dass ich in einem Körper sowohl Mann wie Weib war, und dass das Weib in diesem Körper dabei war, die Überhand zu gewinnen. Aus dieser Vermutung leitete ich die Tatsache der Störungen sowohl physischer wie psychischer Art ab, an denen ich in steigendem Grad litt.“ (115) Mit dieser Erkenntnis ist sie den medizinischen Erkenntnissen ihrer Zeit voraus.</li><li>Die Beschreibungen von Elbe zeigen, dass die Intergeschlechtlichkeit hier dazu führt, dass sich <strong>zwei Persönlichkeiten in einem Menschen </strong>befinden. Zunächst erscheint Lili nur selten und Einar ist präsenter. Mit der Zeit geht es jedoch Einar immer schlechter und Lili scheint sich immer mehr in den Vordergrund zu kämpfen. Irgendwann beschreibt Elbe, dass Lili mit Zufriedenheit gleichzusetzen war und Einar mit dem Unglücklichsein. Die Entscheidung ganz für Lili und gegen Einar sorgt dafür, dass Einar ausgelöscht wird. Es heißt dann nur noch, er sei gestorben. Deutlich wird, dass die Gleichzeitigkeit der beiden Persönlichkeiten nicht möglich ist und auch das Aufteilen des Lebens auf beide nicht dauerhaft funktioniert.&nbsp;</li><li>Auch wenn Lili sehr von ihrem Umfeld unterstützt wird, fällt ihr die <strong>Eingewöhnung </strong>von einem Leben als Einar zu ihrem Leben als Lili <strong>nicht leicht</strong>. Hier zeigt sich, dass trotz einem unterstützenden Umfeld die Sorge vor der Behandlung durch die Gesellschaft schwer wiegt. Auch juristische Schwierigkeiten zeigen auf, dass Betroffene einen schweren Weg einschlagen, wenn sie sich dafür entscheiden, offiziell ihr Geschlecht zu korrigieren.&nbsp;</li><li>Das Motiv der <strong>Hoffnung </strong>ist in diesem Text, aber auch in den anderen Texten zum Thema Intergeschlechtlichkeit, von großer Bedeutung. Zu Beginn von Elbes Bericht scheint jegliche Hoffnung verloren zu sein, Einar leidet deutlich und sieht für sich kein Leben in der Zukunft. Durch Freunde trifft er jedoch auf einen Arzt, der helfen kann, und so wird wieder Hoffnung erzeugt. Diese kann als Antrieb für die Zeit danach gesehen werden, denn sie gibt Lili die Kraft, ein neues Leben zu beginnen. Die ganze Behandlung kann Lili nur durch ihre Hoffnung durchstehen.</li><li>Lili wird schon als <strong>feminin </strong>bezeichnet, als sie noch als Mann lebt, vor allem ihr ‚weiblicher‘ Körper wird betont. (114) Auch wird beschrieben, wie sie als erwachsener Mensch plötzlich Menstruationsblutungen bekommt, mit dem dazugehörigen Gefühlschaos und Weinkrämpfen (111, 299). Ihre Weiblichkeit setzt sich damit mehr und mehr durch, bis Einar 'tot' für sie ist. Dies erinnert auch an andere Texte mit intergeschlechtlichen Hauptfiguren, zum Beispiel Winters <em>Sein Name war Annabel</em>.</li><li>Lili hat <strong>Schuldgefühle</strong>, vor allem darüber, was sie Gerda mit ihrer Entscheidung antut. Sie fühlt sich so schlecht, dass sie sogar Suizidgedanken hat und glaubt, dass sie damit ihren Mitmenschen etwas Gutes tun würde.</li></ol><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-05-24 17:24:54 UTC</pubDate>
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         <title></title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <pubDate>2023-05-24 17:37:29 UTC</pubDate>
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         <title>Bilder von Einar</title>
         <author>maiteboekhoff</author>
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         <description><![CDATA[<div>https://www.wikiart.org/de/lili-elbe</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-05-25 09:13:46 UTC</pubDate>
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         <title></title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <pubDate>2023-06-03 06:41:42 UTC</pubDate>
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         <title>Hintergrund</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<div><br></div><ul><li>1960er in Labrador</li><li>bei Intergeschlechtlichkeit wird Länge des Penis’ gemessen, ab einer bestimmten Länge gilt Kind als Junge | Geschlecht als körperlich, nach äußerlichen Merkmalen gesehen, soziales Geschlecht / gender vollkommen außer Acht gelassen | Geschlecht wird nach Geburt von Wayne ebenfalls anhand Länge des Penis' entschieden, Arzt misst mit Lineal (55-57) &nbsp;</li><li>medizinisch nicht notwendige geschlechtsangleichende OP direkt nach der Geburt war und ist teilweise immer noch ohne Zustimmung des Kindes möglich -&gt; erst 2015 werden zum ersten Mal in einem Land (in Malta) medizinische Eingriffe zur Geschlechtsangleichung bei inter* Menschen ohne deren Zustimmung verboten</li></ul><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-06-03 06:42:27 UTC</pubDate>
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         <title>Thesen</title>
         <author>annikabroocks</author>
         <link>https://padlet.com/annikabroocks/hcy77zs89ozkc82q/wish/2613413950</link>
         <description><![CDATA[<ol><li>Ein <strong>zentrales Thema ist der Umgang des Vaters mit seinem inneren Konflikt über die Intergeschlechtlichkeit seines Kindes</strong>. Auf der einen Seite steht Treadways Liebe zur Natur, gleichzeitig unterdrückt er die Natur seines Kindes. Bis zum Ende spricht er von seinem Sohn, akzeptiert jedoch gegen Ende hin, dass er auch eine Tochter in Wayne/Annabel hat. Dies ist eine Besonderheit des Buches: Es wird ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Figuren gelegt, zum Beispiel wird Treadway von einem unterdrückenden zu einem liebenden, aber hilflosen Vater.</li><li>Wie in den anderen untersuchten Romanen begegnet auch Wayne/Annabel dem <strong>Druck, sich für ein Geschlecht entscheiden zu müssen</strong> (32). Diese Entscheidung wird ihm/ihr von dem Vater direkt nach der Geburt abgenommen, da dieser Angst hat, dass sein Kind mit seiner Uneindeutigkeit gesellschaftlich nicht akzeptiert werden wird (108). Intergeschlechtlichkeit wird als Unentschiedenheit gesehen, die Schaden bringt (33). Dass die intergeschlechtliche Figur nicht einfach getreu ihrer Identiät nicht-binär bleiben kann, ist eng mit der Angst der Menschen vor etwas Unbekanntem verbunden und der Angst davor, wie Andere darauf reagieren.</li><li>Zwar ist bei der Mutter Waynes/Annabels eine innere Akzeptanz der ‚Zweideutigkeit‘ des Kindes festzustellen (33), doch greift sie dennoch nicht ein, die Entscheidung liegt beim Vater. Hier wird die den Männern vorbehaltene Macht verdeutlicht, unter der weibliche und nicht-binäre Menschen leiden. Wayne/Annabel als inter* Person und ebenso seine Mutter werden beide in <strong>passive Rolle</strong> gedrängt. Zudem erfährt Wayne/Annabel Gewalt, sobald er/sie als inter*-Person lebt. So wird Wayne als ‚kleines Mädchen‘ bezeichnet und vermutlich vergewaltigt. Seine/Ihre Angreifer sehen nichtmännliche Menschen ebenfalls als unter ihnen stehend an und verwenden für Mädchen das Passiv ("gefickt werden wollen" 371 f.).</li><li>In der Jugend bekommt Wayne/Annabel Brüste und beginnt zu menstruieren, in Folge dessen auch starke Unterleibsschmerzen auftreten (181). Bei der Beschreibung der Masturbation liegt Waynes/Annabels Vulva im Vordergrund (163). Waynes/Annabels <strong>weibliche Seite setzt sich trotz Testosterontabletten und vulva-verschließenden Operationen durch, was einen krassen Gegensatz zu der ‚männlichen Stärke‘ darstellt</strong>, die Waynes/Annabels Vater von Anfang an propagiert. Dadurch, dass die Weiblichkeit sich trotz aller Hindernisse durchsetzt, wird ein völlig neues Licht auf das bisher immer als 'schwächer' angesehene Geschlecht geworfen.</li><li>Eine zentrale Erkenntnis im Roman ist, dass <strong>Geschlecht und Sexualität nicht gleich</strong>zusetzen sind: „Es war egal, ob man ein Mädchen oder Junge war. Man konnte sich so oder so in sie verlieben.“ (261) So empfindet Wayne/Annabel, die intergeschlechtliche Hauptfigur, sowohl Gefühle für den männlichen Lehrer als auch für die Kindheitsfreundinnen Gracie und Wally, was auf Bi- oder Pansexualität schließen lässt.</li><li>Der Roman zeigt, welchen <strong>Einfluss </strong>der unterschiedliche Umgang mit <strong>Intergeschlechtlichkeit </strong>auf <strong>Familien </strong>haben kann. Die Beziehung der Eltern, die zu Beginn gut zu funktionieren scheint, wird durch die verschiedenen Meinungen über die Intergeschlechtlichkeit von Wayne/Annabel stark gestört. Beide hören auf zu kommunizieren und führen kein gemeinsames Leben mehr. Von der Beziehung der Eltern wird auch Wayne/Annabel beeinflusst. Auch in der Eltern-Kind-Beziehung findet keine (kaum) Kommunikation statt. Erst als Waynes/Annabels Intergeschlechtlichkeit kein Geheimnis mehr ist, kann er/sie mit der Mutter sprechen und auch der Vater besucht sein Kind nach dessen Auszug und sie nähern sich an.&nbsp;</li><li>Durch <strong>Thomasina </strong>wird verdeutlicht, dass nicht nur die Eltern die Möglichkeit haben, Kinder bei ihren Fragen und Sorgen zu unterstützen. Auch wenn der Vater dagegen ist, hält Thomasina immer den Kontakt zu Wayne/Annabel und bringt ihn/sie sogar ohne den Willen der Eltern ins Krankenhaus, auch wenn für sie dadurch negative Konsequenzen entstehen. In ihrer Rolle als Lehrerin versucht sie, das Beste für Wayne/Annabel zu tun. Es fällt auf, wie unterschiedlich der Umgang mit Intergeschlechtlichkeit je nach Figur aussieht: Während Thomasina die Intergeschlechtlichkeit von Anfang an akzeptiert, aber sehr diskret damit umgeht, outet an anderer Stelle eine Figur namens Steve Wayne/Annabel vor Anderen, was Wayne/Annabel in eine gefährliche Situation bringt. Die Lehrerin Viktoria hingegen begegnet Wayne/Annabel ganz normal, selbst als Wayne geschminkt und in ‚Frauenkleidern‘ rumläuft.&nbsp;</li><li>Zu Beginn des Romans steht ein Zitat von <strong>Virginia Woolf</strong>: "Different though the sexes are, they inter-mix. In every human being a vacillation from one sex to the other takes place, and often it is only the clothes that keep the male or female likeness, while underneath the sex is very opposite of what is above.“ (7) Einerseits schafft dieses Zitat eine Verbindung zu Woolfs Roman <em>Orlando</em>, in welchem Kleidung eine große Rolle spielt. Andererseits erinnert es auch an die Szene, in der Wayne sich ‚Frauenklamotten‘ kauft und sich schminken lässt. Meist trägt Wayne zwar ‚Männerkleidung‘ und wird als Junge gelesen, aber körperlich ist er dazwischen bzw. jenseits der binären Geschlechter zu verorten. Die Kleidung täuscht, so wie es in Woolfs Zitat heißt, darüber, was darunter ist.</li></ol><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-06-03 06:43:17 UTC</pubDate>
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         <title>Verbindung zu anderen Texten</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<ul><li>im Gegensatz zu Barbin, Baer und Elbe rein fiktiv, keine biografischen Elemente&nbsp;</li><li>Druck durch andere Figuren / Gesellschaft, sich für ein Geschlecht zu entscheiden → Verbindung zu Barbin und Elbe</li><li>Passivität wie bei Barbin | Andere entscheiden für Hauptfigur, obwohl es um ihre Identität geht</li><li>Medizin als etwas Negatives | Medizin steht über Person | Ärzte mit Angst verbunden, helfen nicht wirklich | Wayne/Annabel wie Versuchstier als Vorzeigeobjekt für Studierende</li><li>Gegensatz zu anderen Texten: Medikamente sorgen dafür, dass körperliche Abweichungen von dem "offiziellen" Geschlecht weniger auffallen&nbsp;</li></ul>]]></description>
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         <pubDate>2023-06-03 06:44:30 UTC</pubDate>
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         <title></title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[]]></description>
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         <pubDate>2023-06-21 12:25:25 UTC</pubDate>
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         <title>Hintergrund</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<div><br></div><ul><li>Buch erscheint 1907, wird zweimal verfilmt&nbsp;</li><li>das damalige öffentliche Interesse am Stoff zeigt, wie umstritten die polarisierte Aufteilung der Geschlechter damals schon war, scharfe Trennung hat keine lange Tradition (7)</li><li>Umgang mit geschlechtlichen Uneindeutigkeiten im Kaiserreich | Klausel im Preußischen Landrecht, das vorsah, dass 18-jährige Inter*-Personen ein Geschlecht für sich wählen durften, wird durch Bürgerliches Gesetzbuch von 1900 aufgehoben → das hat unter anderem mit idealtypischen Vorstellungen des männlichen Soldaten zu tun (8)</li><li>Einführung des Paragraphen 175 mit der Reichsgründung 1871&nbsp;</li><li>zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine Diagnostik des chromosomalen Geschlechts&nbsp;</li><li>antike Vorstellung sieht Abweichungen von der Norm nicht als Missbildungen oder Störungen wie im 20. Jahrhundert, sondern als Spielarten, Varietäten, Besonderheiten (127)</li><li>Magnus Hirschfeld setzt sich für Ent-Pathologisierung von Homosexualität ein, forscht über sexuelle Zwischenstufentheorie (127): es gibt ein Spektrum zwischen Mann und Frau mit vielen Zwischengeschlechtern&nbsp;</li><li>Hautarzt Iwan Bloch (1872 – 1922), einer der Pioniere der Sexualforschung, stuft Baer als „Pseudohermaphrodismus“ ein → Scheinzwittertum, Keimdrüsen eindeutig männlich, äußeres Genital undifferenziert, uneindeutig (177)</li><li>ästhetische Korrektur mittels OP wird Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht gemacht, Gefahren zu hoch, Missbildungen sind in Kaiserzeit bekannt</li><li>Intergeschlechtlichkeit im Judentum → Baer hätte als Mann vom Mohel beschnitten werden müssen, es gibt Hinweise im Text, dass tatsächlich ein Mohel kam (Bsp. Beschreibung „Der damalige Hausarzt unserer Familie war ein ganz vorzüglicher Mensch, aber alles andere, nur kein Arzt“) | es muss ein wenig Blut fließen, oder Beschneidung wird aus medizinischen / anatomischen Gründen verschoben (182) | „kleine Operation“ (182) als Beschneidung gemeint?</li><li>Autor in 30er von Gestapo festgenommen &amp; gefoltert &nbsp;</li></ul>]]></description>
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         <pubDate>2023-06-21 12:26:19 UTC</pubDate>
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         <title>Thesen</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<ol><li>Das Pseudonym N. O. Body heißt übersetzt '<strong>kein Körper</strong>' und weist auf den uneindeutigen Körper der Hauptfigur hin, welcher für die Mitmenschen dadurch keinen Körper darstellt, den sie so akzeptieren könnten.</li><li>Der Roman beleuchtet <strong>Intergeschlechtlichkeit im Judentum</strong>. Als jüdischer Junge müsste Baer vom Mohel beschnitten werden. Tatsächlich gibt es Hinweise im Text, dass ein Mohel kommt (Zum Beispiel die Beschreibung „Der damalige Hausarzt unserer Familie war ein ganz vorzüglicher Mensch, aber alles andere, nur kein Arzt“) und die Eltern damit doch das Unweibliche ihres Kindes wahrnehmen. Auch die erwähnte „kleine Operation“ (182) könnte als Beschneidung gemeint sein. Bei einer Beschneidung muss Blut fließen, oder aber die Beschneidung wird aus medizinischen beziehungsweise anatomischen Gründen verschoben (182). Auch dies könnte bei Baer der Fall sein.</li><li>Der Erzähler <strong>betont von Anfang an die 'typisch männlichen Eigenschaften' an sich</strong>, etwa seine Erregung bei den intimen Berührungen durch die Kindheitsfreundin Hilde (31), seine erotischen Vorstellungen über das Nachbarsmädchen Emma (69), seine Erektionen beim Sport (67), seine Männerrollen im Theaterspiel mit anderen Kindern (60). Zudem verabscheut er Handarbeiten und Tanzen sowie andere als weiblich gesehene Dinge. Des Weiteren hat er auffällige Aggressionen und Gewaltfantasien sowie ein Interesse für Medizin, das damals in Deutschland nur Männer studieren dürfen. Mit den bemühten Betonungen seiner 'Männlichkeit' wirkt der Text teilweise so, als wolle der Erzähler immer noch sein wahres Geschlecht beweisen.</li><li>Durch die Motive, die das Beschreiben einer Kindheit eröffnet, werden Stereotype aufgegriffen, um die eigene <strong>Orientierungslosigkeit </strong>zu verdeutlichen. Auf der einen Seite steht das Spielen im Freien mit den Jungen, welches bis zur Selbstverletzung betrieben wird, um Anerkennung zu erreichen; auf der anderen Seite ist die Verbindung zu den Mädchen aufgrund der fleißigen Mitarbeit in der Schule. Es entsteht der Eindruck, Baer springe immer zwischen beiden Gruppen hin und her, ohne jemals auf einer Seite ganz dazugehörig zu sein. Es kommt auf beiden Seiten zu Erfahrungen des Ausgeschlossen-werdens. Es kommt aber auch dazu, dass Baer die Stereotype des binären Geschlechtersystems selbst reproduziert, beispielsweise indem Vorurteile gegenüber anderen Jungen beschrieben werden, die stereotypisch weibliche Eigenschaften haben. Baer beschreibt außerdem, sich den Frauen gleichzeitig zugehörig und überlegen zu fühlen.&nbsp;</li><li>In diesem Text ist besonders das Motiv der <strong>Fragen, die nie beantwortet werden</strong>, von großer Bedeutung. Dadurch, dass die Eltern nicht mit ihrem Kind über das Geschlecht und die eigenen Fragen der Identität sprechen, kommt es dazu, dass Baer viele unbeantwortete Fragen in sich trägt. Ein Interesse an den Wissenschaften und der Medizin, um sich die eigenen Fragen beantworten zu können, ist hierauf eine Folge. Die eigene Hilflosigkeit geht sogar so weit, dass Baer glaubt sterben zu müssen, da niemand die Fragen beantwortet oder die Sorgen des Kinds ernst nimmt.&nbsp;</li><li>Der Text wirkt an vielen Stellen wie ein <strong>Bildungsroman</strong>. Zum Beispiel gibt die Erzählinstanz gerne Ratschläge zur Erziehung: „Eltern und Erzieher sollten sich hüten, durch überwähltes Spielzeug solche verfrühten erotischen Gefühle in ihren Lieblingen hervorzurufen.“ (35) Des weiteren schlägt der Erzähler vor, alle inter* Menschen wie männliche Kinder zu erziehen, um ihnen bessere Chancen zu ermöglichen. (124) Trotz seines männlichen Geschlechts setzt er sich für Frauenrechte und gegen Mädchenhandel ein und bemerkt als Mann Privilegien, die er im Leben als Frau nicht hatte. Die kursiv gedruckte Erkenntnis, das Geschlecht der Menschen ruhe in der Seele statt im Körper, kann dabei als Moral des Bildungsromans verstanden werden.</li></ol><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-06-21 12:26:42 UTC</pubDate>
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         <title>Verbindung zu anderen Texten</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<ul><li>autodiegetische Ich-Erzählung → Barbin</li><li>Biographie → Barbin, Elbe&nbsp;</li><li>Eltern verleugnen Intergeschlechtlichkeit → Wayne/Annabel</li><li>Schuld, Religiosität (57) → Barbin, Elbe, Wayne/Annabel&nbsp;</li><li>Suizidgedanken (114) → Barbin, Elbe&nbsp;</li><li>wird auf Arbeit gemobbt (77) → Wayne/Annabel</li><li>Mädchenschule → Barbin</li><li>im Gegensatz zu anderen Texten gibt es im Anhang dieses Buches sehr anatomische, medizinische Beschreibungen&nbsp;</li><li>Sexualität: hier ausschließlich Frauen ↔ Annabel/Wayne zu allen Geschlechtern, Elbe zu Frauen &amp; Männern&nbsp;</li></ul><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-06-21 12:27:07 UTC</pubDate>
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         <title>Bild von Karl Baer</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[]]></description>
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         <pubDate>2023-06-21 12:30:44 UTC</pubDate>
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         <title></title>
         <author>maiteboekhoff</author>
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         <description><![CDATA[<div><br></div><div>Barbin, Herculine: Meine Erinnerungen. In: Wolfgang Schäffner u. Joseph Vogl (Hrsg.): Herculine Barbin. Michel Foucault. Über Hermaphrodismus. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 19-126.<br><br>Berg, Sibylle: Vielen Dank für das Leben. Roman. München: Hanser 2012.<br><br>Body, N. O.: Aus eines Mannes Mädchenjahren. Hrsg. v. Hermann Simon. Berlin, Leipzig: Hentrich &amp; Hentrich 1907.</div><div><br>Draesner, Ulrike: Mitgift. Roman.&nbsp;München: btb 2005.<br><br>Eugenides, Jeffrey: Middlesex. Roman. Hamburg: Rowohlt 2004.<br><br>Neckelmann, Harald (Hrsg.): Die Geschichte von Lili Elbe. Ein Mensch wechselt sein Geschlecht. Berlin: be.bra 2019.<br><br>Winter, Kathleen: Sein Name war Annabel. Roman. München: btb 2021.</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-06-22 08:46:32 UTC</pubDate>
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         <title></title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[]]></description>
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         <pubDate>2023-07-03 17:03:31 UTC</pubDate>
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         <title>Hintergrund</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<ul><li>Vorbild für die Figur Dr. Luce ist der Sexualwissenschaftler John Money | Glauben daran, dass Erziehung ein Geschlecht mehr bestimmt als biologische Aspekte (571) ↔ Klebs 1876 Gonaden geschlechtsbestimmend (570) | Roman zeigt am Beispiel der Hauptfigur auf, dass beide Theorien nicht korrekt sind</li><li>Intersex-Bewegung | „Die Intersex-Bewegung hat zum Ziel, der Umwandlungschirurgie der kindlichen Genitale ein Ende zu setzen. Der erste Schritt in diesem Kampf ist, die Welt – vor allem Kinderendokrinologen – zu überzeugen, dass hermaphroditische Genitalien nicht krankhaft sind. Eins von zweitausend Kindern kommt mit unbestimmten Genitalien zur Welt.“ (154)</li></ul><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-07-03 17:04:13 UTC</pubDate>
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         <title>Thesen</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<div><br></div><ol><li>Der Roman behandelt die <strong>Entstehung des sozialen Geschlechts (Gender)</strong>. Dabei werden verschiedene Theorien einander gegenübergestellt. Eine davon ist die des Arztes Dr. Luce, welcher die Erziehung eines Menschen als ausschlaggebend für das soziale Geschlecht sieht (571), während Klebs’ Theorie von 1876 die Gonaden als geschlechtsbestimmend bezeichnet (570). Die Erzählinstanz gibt zunächst mehrere Beispiele, die Luces These stützen. Zum Beispiel sagt sie: „Ich wurde als Mädchen aufgezogen und stellte das nicht in Frage.“ (317) Oder an anderer Stelle: „Was ich dann tat, hatte, glaube ich, nichts mit meiner Chromosomenstruktur zu tun. Es resultierte nicht aus dem hohen Testosteron-Plasmawert in meinem Blut. Ich tat, was jede liebevolle, loyale Tochter getan hätte, die mit lauter Herkulesfilmen groß geworden war.“ (340) Gleichzeitig wird jedoch an der Hauptfigur aufgezeigt, dass die bisherigen Theorien alle nicht korrekt sind, da sie als Mädchen aufgezogen wurde und uneindeutige biologische Geschlechtsmerkmale hat, sich aber mehr als Mann identifiziert.&nbsp;</li><li>Der Titel <strong><em>Middlesex </em></strong>weist auf das gleichnamige Haus im Roman hin (360), welches wiederum ein Bild für Intergeschlechtlichkeit darstellt. Verdeutlicht wird das anhand Beschreibungen wie der der Tür: „Das Konzept der Tür, dieses Dings, das nach der einen oder anderen Seite aufschwang, war unmodern. Daher hatten wir in der Middlesex auch keine Türen.“ (361). Auch auf der Schultoilette nimmt Cal die mittlere von drei Türen (459). Diese beiden Beispiele verbildlichen das Nicht-Binäre des Intergeschlechtlichen, welches Cal an vielen weiteren Stellen an sich erkennt: Auch nach seiner Erkenntnis, dass er mehr Mann als Frau ist, kann er sich trotzdem weiterhin mit dem weiblichen Geschlecht identifizieren: „Schon angelegt in mir […] war die Fähigkeit, zwischen den Geschlechtern zu kommunizieren, nicht aus der Monoperspektive eines Geschlecht, sondern mit dem Stereoskop von beiden.“ (376) Noch als Erwachsener fühlt er eine „körperliche Empathie“ zu Mädchen (430). Zum ersten Mal begreift er sein eigenes ‚Middlesex‘, als er mit einem Jungen schläft: „[…] zum ersten Mal begriff ich, dass ich kein Mädchen war, sondern etwas dazwischen.“ (523)&nbsp;</li><li>Im Roman wird die Wichtigkeit der Anerkennung von <strong>Intergeschlechtlichkeit als etwas Normalem und nicht Krankhaftem</strong> betont. Das wird unter anderem daran deutlich, dass Cal schließlich aus der Klinik flüchtet und sich gegen eine OP entscheidet, die seinen Körper umformen würde. Ein Zitat Cals über die Intersex-Bewegung betont ebenfalls: „Die Intersex-Bewegung hat zum Ziel, der Umwandlungschirurgie der kindlichen Genitale ein Ende zu setzen. Der erste Schritt in diesem Kampf ist, die Welt – vor allem Kinderendokrinologen – zu überzeugen, dass hermaphroditische Genitalien nicht krankhaft sind. Eins von zweitausend Kindern kommt mit unbestimmten Genitalien zur Welt.“ (154)&nbsp;</li><li>Das <strong>Geschlecht wird</strong> von den anderen Figuren <strong>überbewertet</strong>, so dreht sich zum Beispiel schon vor der Geburt alles um das Geschlecht des Kindes, als die Eltern versuchen, mit verschiedenen Methoden ein Mädchen zu bekommen. Später wird allerdings von den Figuren erkannt, sobald sie sich an Cals eigentliches Geschlecht gewöhnt haben, „dass das Geschlecht, entgegen der allgemeinen Ansicht, gar nicht so wichtig war.“ (722)&nbsp;</li><li>Ein wichtiges <strong>Motiv </strong>im Roman ist das der <strong>Flucht</strong>. Dieses fängt schon mit den Großeltern an, die aus ihrer Heimat flüchten müssen, gleichzeitig jedoch auch vor dem Fakt, dass sie Geschwister sind. Auf der Flucht belügen sie sich und andere, indem sie so tun, als würden sie sich gerade erst kennenlernen, bis sie schließlich heiraten. Auch Cal flüchtet lange vor seiner wahren Identität, nimmt diese jedoch schließlich an und flieht vor der anstehenden OP. Das Fluchtmotiv lässt sich auf weitere Figuren im Roman übertragen, zum Beispiel Cals Großvater Jimmy, der seinen eigenen Tod vortäuscht und ein anderes Leben beginnt.</li><li>Ein weiteres Motiv ist die <strong>Scham, welche in Verbindung mit Sexualität und Geschlecht auftritt</strong>. Seine Geliebte nennt Cal nie beim Namen, sonders stets nur 'das Objekt'. Ihre Liebesszenen spielen sich weitgehend im Dunkeln ab. Cal zieht sich nicht vor anderen aus (418 f.) und will sich hinter seinen langen Haaren verstecken (429). Jedoch durchgeht Cal eine interessante Entwicklung, in der er sich von der Scham befreit. Er schneidet sich die Haare kurz und verändert aktiv sein Schicksal, was in krassem Gegensatz zu inter* Figuren anderer Bücher steht. Auch lernt er andere inter* Menschen kennen, was Barbin, Baer, Annabel/Wayne und Toto vorenthalten bleibt. Er nennt Barbin als anderen berühmten intergeschlechtlichen Menschen (33), was ebenfalls zeigt, dass er nicht so allein dasteht wie andere inter* Figuren, die neben sich niemanden kennen, der so wie sie ist. &nbsp;</li><li>Neben den Motiven Flucht und Scham ist auch das Darstellen von <strong>Sprachlosigkeit </strong>wichtig für den Roman. Bereits durch die Großeltern, die ihre Bruder-Schwester-Beziehung jahrelang verschweigen, wird das Thema in der Familie eröffnet. Eine Verbindung zum Geschlecht erhält das Motiv, indem der Großvater in dem Moment seine Fähigkeit zu sprechen verliert, an dem er nach dem Geschlecht von Cal fragen möchte. Durch seine Flucht aus dem Hotelzimmer entscheidet sich Cal auch gegen ein Gespräch mit seinen Eltern und ruft diese nicht einmal an, als er von der Polizei abgeholt werden muss. Hier ruft er seinen Bruder an, der ihm dann mitteilt, dass der Vater gestorben ist und somit nicht mehr für eine Aussprache zur Verfügung steht.&nbsp;</li><li>Die <strong>Leben von Cal und seinem Großvater</strong> sind eng miteinander verwoben. Am Tag von Cals Geburt erleidet der Großvater seinen ersten Schlaganfall und verliert für immer die Fähigkeit zu sprechen. Später kommt es erneut zu Schlaganfällen des Großvaters. Cal fühlt sich deshalb schuldig. Beispiel hierfür ist, dass Cal den Großvater auf einem Stuhl im Badezimmer versunken findet, nachdem er, der zu dem Zeitpunkt noch weiblich aufgezogen wurde, mit einem anderen Mädchen in der Badewanne war. Dieser Moment wird von Cals Angst geprägt, Auslöser des Schlaganfalls zu sein.&nbsp;</li><li>Im Erwachsenenalter kann Cal von seinen <strong>weiblichen Erfahrungen aus seiner Kindheit</strong> profitieren. Beschrieben wird, dass Cal weibliche Prostituierte am Straßenrand eher mit weiblicher Einfühlsamkeit betrachtet. Generell scheint seine ehemalige weibliche Identität für Cal ein Teil seiner Kindheit zu sein. So sagt er auch der Großmutter am Ende des Romans, er sei erwachsen geworden, als sie ihn auf seine Veränderung anspricht.&nbsp;</li><li>Anders als in den zuvor besprochenen Texten wird <strong>in </strong><strong><em>Middlesex</em></strong><strong> beleuchtet, wie es zu der Intergeschlechtlichkeit kommt</strong>. Die genetischen Folgen der Beziehungen von Cals Großeltern und Eltern werden ausführlich erläutert. In den zuvor behandelten Texten wurde Intergeschlechtlichkeit nicht auf diese Weise untersucht. Der Fokus lag nicht auf den Ereignissen vor der Geburt der intergeschlechtlichen Figur, sondern auf denjenigen, die sich nach der Geburt ereigneten.<br><br></li></ol>]]></description>
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         <pubDate>2023-07-03 17:04:27 UTC</pubDate>
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         <title>Verbindung zu anderen Texten</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<ul><li>nennt Barbin als anderen berühmten intergeschlechtlichen Menschen (33) → Barbin</li><li>spricht über früheres Ich als wäre es eine andere Person → Elbe</li><li>Intimität in Kindheit | erster Kuss | Clementine sagt: „Du bist der Mann.“ (370) | erotische Spiele im Pool (371) | Mädchen verlieben sich in ihn, obwohl er noch als Mädchen lebt &amp; auch so gelesen wird (425) | Sexualität der Mädchen zeigt ihnen unterbewusst Cals wirkliches Geschlecht an (425 f.) → Baer, Barbin</li><li>Schmerzen | Schmerzen beim Sport durch versteckte Hoden → Barbin, Elbe, Annabel/Wayne&nbsp;</li><li>Medizin | fragwürdige Untersuchungsmethoden, Bsp. Pornografischer Film &amp; intime Fragen durch Arzt (583) | Personen, die nicht cis sind, werden als „Forschungsmaterial“ bezeichnet (572) → Annabel/Wayne, Elbe&nbsp;</li><li>körperliche Gewalt (662 f.) → Toto, Annabel/Wayne</li><li>lernt andere Inter* Menschen kennen ↔ Barbin, Baer, Annabel/Wayne, Toto</li><li>im Gegensatz zu den anderen Texten wird weit in die Vergangenheit geschaut &amp; die Hintergründe genau erklärt | Suche nach: Wer ist schuld?&nbsp;</li></ul><div><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-07-03 17:04:38 UTC</pubDate>
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         <title></title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <pubDate>2023-07-10 12:41:24 UTC</pubDate>
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         <title>Thesen</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<ol><li><strong>Die Erzählinstanz macht sich bemerkbar</strong> (narrativer Modus), zum Beispiel durch Bewertungen: „[E]s ist gut für die Entwicklung, dass die Kinder keine persönlichen Sachen haben, hätte Frau Hagen sagen können, in vollkommener Verkennung der menschlichen Natur, die nach Dingen verlangt.“ (57) Dadurch können sich Lesende ähnlich wie beim Epischen Theater besser von der Handlung distanzieren und über das Geschriebene nachdenken.</li><li>Wie in vielen anderen Büchern mit intergeschlechtlichen Hauptfiguren <strong>fühlen sich queere Menschen auch in diesem Roman aufgrund von religiösen Vorstellungen schuldig</strong>. Ähnlich wie in biblischen Geschichten wird ihr Wert durch ihre Unfruchtbarkeit als niedrig empfunden: „[W]as ist ein Mensch ohne die Fähigkeit der Reproduktion eigentlich wert“ (149). Religiöse Züge erhält der Roman zudem dadurch, dass Toto in ihrem Gutsein und ihrem Erdulden von Leid an Jesus erinnert.</li><li>Im Roman werden <strong>drei Gesellschaftssysteme</strong> aufgezeigt, die alle nicht funktionieren. Es werden verschiedene Perspektiven eröffnet und am Ende das Weltbild umgedreht. Das verdeutlicht, dass es ähnlich wie bei den Geschlechtern nicht nur eine Lösung gibt, sondern die Realität komplexer ist.</li><li>Die <strong>DDR wird für ihren Umgang mit Frauen kritisiert</strong>, die neben der beruflichen Arbeit zusätzlich die Care-Arbeit übernehmen müssen. Zynisch wird darauf aufmerksam gemacht, dass Gleichberechtigung in der DDR lediglich heißt, dass Frauen mehr arbeiten müssen (53).</li><li>Toto erfährt in ihrem Leben ein <strong>ausschließlich negatives Bild von Liebe und Sexualität</strong>. Frauen werden ausschließlich zu Objekten, um die Bedürfnisse von Männern zu stillen. Sexualität im Allgemeinen wird verbunden mit Gewalt und Ausbeutung. Besonders in der Figur von Kasimir steigert sich dieses Thema.&nbsp;</li><li>In Totos Leben gibt es <strong>keine Liebe</strong>. Sie erfährt weder Familie noch Freundschaft über längere Zeit. Häufig werden genau die Personen, die Toto etwas bedeuten, zu den Personen, die sie am meisten verletzen. Beispiel hierfür ist die Behandlung Kasimirs, der als Kind für eine Nacht zu Totos einzigem Freund wird, jedoch am nächsten Tag mit den anderen Kindern über Toto lacht und seinen Ekel über sie ausdrückt. Auch als Erwachsener baut er, auch durch Lügen, eine Beziehung zu Toto auf, während er sie eigentlich hasst und sie töten möchte. Selbst als Kasimir das erste Mal gewalttätig wird und Toto schlägt, kann sie ihn nicht verlassen, aufgrund ihrer eigenen Liebe für ihn. Am Ende ihres Lebens realisiert Toto, dass sie nie jemand geliebt hat.</li><li>Das <strong>Motiv des Abschottens</strong> <strong>von</strong> <strong>der Welt</strong> ist bereits seit Totos Kindheit wichtig für sie. Das Verhalten hilft Toto dabei, ihr feindliches Umfeld zu überleben. Auch wenn Toto sich von der Welt distanziert, hat sie dennoch keinen Bezug zu sich selbst. Sie kann nicht für sich einstehen und lernt nie, sich selbst zu priorisieren.</li><li>Ihr <strong>fehlendes Bewusstsein für sich selbst </strong>sorgt dafür, dass Toto Zufriedenheit dadurch findet, sich um andere zu kümmern. Der einzige Beruf, der sie wirklich erfüllt, ist Totos Anstellung als Alten- und Krankenpflegerin. Später kümmert sie sich um Obdachlose. In Totos Kindheit ist sie verantwortlich für die Kühe auf dem Hof der Familie, die sie aus dem Kinderheim geholt hatte. Hier bemerkt sie, dass das Kümmern um Tiere sogar das Fehlen von menschlichen Beziehungen ersetzen kann.</li></ol>]]></description>
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         <pubDate>2023-07-10 12:49:05 UTC</pubDate>
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         <title>Hintergrund</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<div>- Ost-West-Gegensatz, politische und gesellschaftliche Spannung im Vordergrund<br>- in DDR laut Verfassung (Artikel 7) Männer und Frauen gleichberechtigt, nicht-binäre Geschlechtsidentitäten nicht berücksichtigt, in Realität zudem weiterhin Vormachtstellung des Mannes<br>- Paragraph 175 auch in DDR bis 60er in Kraft<br>- Trans* und Inter* Menschen wie Homosexuelle weiterhin kriminalisiert<br>- queere Opfer der NS-Diktatur wurden in den Opferverbänden Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN)/Opfer des Faschismus (OdF) nicht akzeptiert</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-07-10 12:49:13 UTC</pubDate>
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         <title></title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[]]></description>
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         <pubDate>2023-08-02 17:50:00 UTC</pubDate>
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         <title>Thesen</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<div>1. Der <strong>Titel des Romans "Mitgift"</strong> kann auf mehrere Arten interpretiert werden. Auch die Figuren sinnen darüber nach, ob&nbsp; Intergeschlechtlichkeit eher ein Geschenk oder ein Gift ist. (46) Lukas weist darauf hin, dass jeder Mensch eine Mitgift besitzt: "Ohne Mitgift kommt niemand aus. Vielleicht, Aloe, ist es einfach nur wichtig zu wissen, wo man etwas übernimmt" (46). Die Mutter hingegen sieht Intergeschlechtlichkeit als Herausforderung: "Eine Herausforderung, eine Mission, das war Anita für mich." (110). Aloe verbindet Intergeschlechtlichkeit mit der Frage nach Schuld: "Und wer war schuld?" (371) Die unterschiedlichen Bedeutungen, die die Figuren der Intergeschlechtlichkeit beimessen, zeigt, wie vielfältig Intergeschlechtlichkeit interpretiert wird, und wie komplex Intergeschlechtlichkeit tatsächlich auch ist. Genau wie der Titel des Romans hat es keine eindeutige Bedeutung inne. Die Geschichte wird darüber hinaus im Gegensatz zu den anderen Texten aus der Sicht einer anderen Figur erzählt, Anitas/Axels Sicht auf die eigene Intergeschlechtlichkeit rückt somit in den Hintergrund und es geht mehr darum, wie andere, nicht direkt davon betroffene Menschen damit umgehen. <br><br>2. Der Roman wirft die Frage auf, was <strong>Normalität </strong>eigentlich ist. Dazu weist er darauf hin, wie paradox Menschen diesen Begriff definieren. Einerseits könne niemand wirklich normal sein, aber dennoch solle man so normal wie möglich sein: "Das ist schnell operiert, sagten sie, und dann ist alles normal, normal zu 93 Prozent, zu 95, 98. Höher kämen sie nicht, aber 100 Prozent normal sei nicht normal, das sei niemand." (105) <br><br>3. Das Buch behandelt das <strong>Tabu der Nichtbinarität </strong>und nicht heteronormative Beziehungsmodelle: "Denn es blieb [...] ein Zeichen verbotener Gedanken, die die Zweigeschlechtlichkeit und das Zusammenleben in Mann/Frau-Paaren in Frage stellten." (217) Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass Nichtbinarität nicht aufhört zu exisitieren, nur weil sie unterdrückt wird, sondern sogar das Gegenteil geschieht (ähnlich wie bei "Sein Name war Annabel" und den anderen Texten). "Je mehr man versuchte, die Verbindung zwischen diesen Gedanken und Anita zu unterdrücken, umso deutlicher traten sie hervor." (217) Auch die Figuren erkennen teilweise, dass Nichtbinarität genauso legitim ist wie die binären Geschlechter: "In der Natur ist das ganz normal. Und genauso gut gibt es auch Geschlechtslosigkeit." (139) Zudem ist die Erzählstimme besonders ironisch, wenn es zu Passagen über Zweigeschlechtlichkeit kommt: "Anita wurde entlassen, ihre Stimme sei eher tief als hoch, in einem Zwischenreich, normal-anormal. Anita wurde ein zurechtoperiertes, eindeutiges Tierchen im Staat der Männer und Frauen, der seligen Zweigeschlechtlichkeit." (105) <br><br>4. Das Anderssein von Anita/Axel führt dazu, dass Aloe versucht, selbst anders zu werden und so die Kontrolle darüber zu erlangen: "Sie spürte eine tiefe Gier - sie wollte ebenso doppelt sein. Und sie wollte diese Doppelung zerstören. Wenn man etwas kaputt macht, gehört es einem wie nie zuvor." (229) Mithilfe der <strong>Anorexie </strong>wird Aloe tatsächlich 'unweiblicher', da ihre Regel aussetzt (147) und sie mehr Haarwuchs bekommt sowie Androgene in ihrem Körper überproduziert werden, was zu einer "Verwirrung der sekundären Geschlechtorgane" (153) führt. Das Streben nach Kontrolle über das 'Nichtnormale' passiert allerdings unterbewusst, was an Aloes Erstaunen über die Wirkung der Magersucht auf ihren Körper sichtbar wird: "Sie dachte sofort: und das mir! Sie hatte nicht gewußt, daß sie durch die Magersucht diese Spaltung zu fühlen bekommen könnte." (153) <br><br>5. In der Kindheit der zwei Schwestern wird Aloe von dem Körper ihrer Schwester und ihrer Intergeschlechtlichkeit <strong>distanziert</strong>. Als die Mutter Aloe dann doch den Unterschied zwischen dem eigenen und Anitas Körper zeigt, kann diese das gesehene nicht einordnen und reagiert mit Ekel. (171) Die Strafe, nackt im Wohnzimmer eingeschlossen zu werden, spiegelt Anitas Wunsch wieder, auch einmal diejenige zu sein, die den Körper einer anderen ansehen kann, statt immer nur selbst die Entblößte zu sein. Nacktheit ist hier negativ besetzt, mit Scham und Schuld. <br><br>6. Durch die <strong>fehlende Einordnung</strong> <strong>der Eltern</strong> kann Aloe keinen Bezug zu der Intergeschlechtlichkeit ihrer Schwester aufbauen. Erst im Erwachsenenalter ist sie bereit, sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen. Diese Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgt beispielsweise durch das Anschauen von Pornografie mit intergeschlechtlichen Personen und löst bei Aloe unterschiedliche Gefühle aus. Zum einen empfindet sie Scham, zum anderen aber auch Erleichterung. Die Frage „Warum schaute sie das erst jetzt richtig an?“ (235) zeigt, dass Aloe sich bewusst wird, wie sehr sie das Thema in der Vergangenheit gemieden hat.<br><br>7. Durch das Umfeld der Schwestern kann es nie zu einer <strong>Annäherung von Aloe und Anita</strong> kommen. In der Kindheit lösen die Eltern durch ihr Verhalten aus, dass Aloe sich zurückgesetzt und benachteiligt fühlt und wird deshalb eifersüchtig auf ihre Schwester. Dies bildet die Basis von anderen negativen Gefühlen zwischen den Schwestern, unter anderem Schuld, sodass sie erst im Erwachsenenalter bereit sind, sich auszusprechen. Auch hier kommt es jedoch nicht zu einer anhaltenden guten Ausgangssituation, denn Holger tötet Anita/Axel und dann sich selbst, aufgrund seiner mangelnder Akzeptanz dafür, dass Anita/Axel sich für ein Leben als Mann entscheidet. Allein durch Stefan, der nach Anitas/Axels Tod bei Aloe aufwächst, sind die beiden Schwestern weiterhin verbunden.</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-08-02 17:52:18 UTC</pubDate>
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         <title>Hintergrund</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<div>- Deutschland der 60er bis 90er-Jahre: häufig werden intergeschlechtliche Kinder direkt nach der Geburt operiert und in eines der binären Geschlechter gedrängt<br>- Homosexualität wird in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts langsam akzeptiert, doch nicht-binäre Geschlechtsidentitäten oder Transgeschlechtlichkeit weiterhin tabuisiert </div>]]></description>
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         <pubDate>2023-08-02 17:52:29 UTC</pubDate>
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         <title>Toto singt - Künstlerisches Video </title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <pubDate>2023-08-03 08:07:08 UTC</pubDate>
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         <title>Fakten zu Intergeschlechtlichkeit</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <pubDate>2023-08-23 08:04:41 UTC</pubDate>
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         <title>Dokument des deutschen Ethikrates zum Thema Intergeschlechtlichkeit </title>
         <author>maiteboekhoff</author>
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         <pubDate>2023-08-24 11:43:00 UTC</pubDate>
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         <title>Verbindung zu anderen Texten </title>
         <author>maiteboekhoff</author>
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         <description><![CDATA[<div>- Passivität wie bei Barbin und Annabel/Wayne | Andere entscheiden für Hauptfigur, obwohl es um ihre Identität geht</div><div>- ähnlich wie bei Annabel/Wayne: Medikamente sorgen dafür, dass körperliche Abweichungen von dem "offiziellen" Geschlecht weniger auffallen&nbsp;-&gt; später entscheidet sich Anita/Axel für die gegensätzlichen Hormone</div><div>- ähnlich wie bei Elbe, Annabel/Wayne etc. wird versucht, die Intergeschlechtlichkeit/Nicht-Binarität zu unterdrücken, doch genau wie in den anderen Texten verhindert dies nicht ihre Existenz und es kommt schließlich zum 'Ausbruch' des Inter*seins&nbsp;</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-08-24 11:44:45 UTC</pubDate>
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         <title>Verbindung zu anderen Texten</title>
         <author>annikabroocks</author>
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         <description><![CDATA[<div>- Gemeinsamkeiten sind zum Beispiel Mobbingerfahrungen, Gewaltszenen, Passivität, Medizin als etwas Negatives, Toto von anderen Menschen nur als Objekt gesehen, das sie für ihre Vorteile nutzen können<br>- ein großer Unterschied ist die fast gleichgültige, durchgehend optimistische Sichtweise Totos</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-08-31 12:42:34 UTC</pubDate>
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