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      <title>Einberufung der Generalstände by David Bossart</title>
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      <description>Der König zeigt sich reformwillig</description>
      <language>en-us</language>
      <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Der 5. Mai 1789 in Versailles</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Eröffnung der Generalständeversammlung im Saal  "des Menus Plaisirs"</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Priester, Politiker, Staatsmann</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Emmanuel Sieyès, auch genannt «Abbé Sieyès », kam 1748 zur Welt. Er wurde Priester und stieg aufgrund seiner Fähigkeiten in der Kirche rasch zum Generalvikar des Bischofs von Chartres auf. Schon während seiner Priesterausbildung lernte er die Schriften wichtiger Aufklärer (u.a. von John Locke) kennen. In den 1780er Jahren kam er nach Paris und trat einer Freimaurerloge bei. Seit dem Sommer 1788 schrieb er mehrere politische Schriften im Vorfeld der Einberufung der Generalstände wobei die Schrift «Was ist der Dritte Stand» am bekanntesten wurde.<br><br></div><div>Obwohl er ein Kleriker war, wurde er als Vertreter des Dritten Standes in die Generalständeversammlung entsandt. Fortan wirkte er als Politiker und lehnte sogar die Wahl zum Bischof ab. Sieyès war zeitweise Präsident der Nationalversammlung und hatte Anteil am Erarbeiten der ersten Französischen Verfassung (1791). Nach 1795 stieg er zu einem der mächtigsten Männer Frankreichs auf und bildete zusammen mit Napoleon Bonaparte und Roger Ducos für kurze Zeit eine Regierung aus drei Konsuln (Triumphirat). Während Napoleons Herrschaft spielte er jedoch keine entscheidende Rolle mehr und musste nach Napoleons Sturz 1815 zeitweise ins Exil. Sieyès starb 1836 in Paris.<br><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Textquelle</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div><strong><em>Emmanuel Sieyès: Was ist der Dritte Stand?</em></strong><em><br>Januar 1789</em><br><br></div><div>Der Plan dieser Schrift ist ganz einfach. Wir haben uns drei Fragen vorzulegen. <br><br></div><div>1. Was ist der Dritte Stand? Alles. <br><br></div><div>2. Was ist er bis jetzt in der staatlichen Ordnung gewesen? Nichts. <br><br></div><div>3. Was verlangt er? Etwas darin zu werden. <br><br></div><div>Der Dritte Stand ist eine vollständige Nation. Was ist nötig, damit eine Nation bestehen kann und gedeiht? Arbeiten im Privatinteresse und öffentliche Dienste. <br><br></div><div>[Es folgt eine Aufzählung von Arbeiten, die dem Privatinteresse dienen: Landwirtschaft, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen] <br><br></div><div>Das sind die Arbeiten, die die Gesellschaft erhalten. Wer verrichtet sie? Der dritte Stand.<br><br></div><div>Auch alle öffentlichen Dienste lassen sich in der gegenwärtigen Lage in die vier bekannten Zweige einteilen: Militärdienst, Rechtspflege, Kirche und Staatsverwaltung. Es wäre überflüssig sie einzeln durchzugehen, um zu zeigen, dass der dritte Stand auf allen diesen Gebieten neunzehn Zwanzigstel leistet, nur dass er mit allen wirklich beschwerlichen Arbeiten belastet wird, die der privilegierte Stand zu übernehmen sich weigert. […] Wer könnte also die Behauptung wagen, der Dritte Stand umfasse nicht alles, was zur Bildung einer vollständigen Nation nötig ist? […]<br><br></div><div>Wenn man den privilegierten Stand entferne, wäre die Nation nicht etwas weniger, sondern etwas mehr. Was also ist der Dritte Stand? Alles, aber ein gefesseltes und unterdrücktes Alles. Was wäre er ohne den privilegierten Stand? Alles, aber ein freies und blühendes Alles. Nichts geht ohne ihn, alles würde unendlich viel besser gehen ohne die anderen. […]<br><br></div><div>Daher steht es fest, dass der Dritte Stand nur dann in den Generalständen vertreten sein kann und seine Stimme abgeben kann, wenn er wenigstens den gleichen Einfluss wie die Privilegierten bekommt. Er verlangt daher ebenso viele Vertreter wie die beiden anderen Stände zusammen. Die Zahlengleichheit der Vertreter wäre aber vollkommen illusorisch, wenn jede Kammer nur eine Stimme hätte. Der Dritte Stand verlangt daher, dass nach Köpfen, und nicht nach Ständen abgestimmt wird. […]<br><br>(Quelle aus: Klett, Geschichte und Geschehen)<br><br></div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Erklärungen zum Inhalt</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Das Flugblatt ist rhetorisch brillant aufgebaut. Sieyès beginnt mit drei einfachen Fragen. Die Fragen (und eigentlich ja auch die Antworten) liegen sozusagen auf der Hand: Was ist der Dritte Stand? Er löst die Frage nach dem Wesen dieses Standes aus den realen Umständen. Damit kann er schon zeigen, welches Ideal anzustreben ist, nämlich das Aufgehen des Dritten Standes im Staat. Der Staat soll den Mächtigen entrissen und auf eine neue Basis gestellt werden. Ohne diese Basis fällt jedes Haus früher oder später zusammen. Daher ist der Dritte Stand alles, was man braucht, um ein gutes Haus (oder eben einen guten Staat) zu erbauen.<br>Was ist er bis jetzt in der staatlichen Ordnung gewesen? Hier wird der Kontrast zum zuvor skizzierten Idealzustand hervorgehoben und damit der Handlungsdruck verdeutlicht. Der Dritte Stand hatte bis jetzt kein Einfluss auf die Politik. Er wurde explizit ausgeschlossen. Das wird die Eröffnung der Generalständeversammlung einige Monate später nochmals schmerzlich in Erinnerung rufen.<br>Was verlangt er? Die Antwort auf diese Frage (Etwas darin zu werden) tönt auf den ersten Blick gemässigt. Schliesslich ruft er nicht explizit dazu auf, die anderen Stände oder den König zu beseitigen. Damit gehört Sieyès letztlich tatsächlich zu einer eher gemässigten Gruppe von Revolutionären. Zu diesem Zeitpunkt ist diese Forderung aber schon sehr weitgehend. Er schreibt: "[Der Dritte Stand] verlangt daher ebenso viele Vertreter wie die beiden anderen Stände zusammen, [und] dass nach Köpfen, und nicht nach Ständen abgestimmt wird." Damit würde der Adel und der Klerus seine Vetomöglichkeiten verlieren. <br>Die Nation sei ausserdem mehr, wenn der Adel seine Macht verliert. Wie meint er das? Weil der Dritte Stand durch die Privilegien der beiden anderen Stände gefesselt und unterdrückt sei, wäre der Verlust der Privilegien (des Adels) für den Dritten Stand als Befreiung zu werten.</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>DER KONTEXT</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Power-Point-Video</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Verbindung zum Kontext</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Für den Mai 1789 wurden die Generalstände einberufen. Im Vorfeld der Generalständeversammlung war die Situation schon angespannt. Würde der König den Forderungen aus dem Bürgertum entgegenkommen und zum Beispiel gemeinsame Tagungen der Stände und die Abstimmung nach Köpfen zulassen? Wird die Ständeversammlung sich, vergleichbar dem englischen Modell, gegen den König behaupten und Frankreich sich in eine konstitutionelle Richtung entwickeln?<br>In dieser aufgeheizten Stimmung zirkulierten zahlreiche Pamphlete, welche die Forderungen aus dem Dritten Stand zum Ausdruck brachten. Eines der meistbeachteten war die Schrift von Emmanuel Sieyès. Ihm gelingt es, das Empfinden vieler Bürger zum Ausdruck zubringen. Ausserdem appelliert er an das Nationalgefühl der Franzosen. Der Nationalismus, welcher das 19. Jahrhundert sehr prägen wird, steckt noch in den Kinderschuhen. Doch hier wird sichtbar, wie die Verbindung revolutionärer, auf die Bürgerrechte zugeschnittenen Ideen mit nationalen Vorstellungen von Volkssouveränität und Schicksalsgemeinschaft eine sehr anziehende und kraftvolle Bewegung hervorbringen kann. Dies wusste Sieyès natürlich noch nicht so genau. Aber er artikulierte, was viele dachten: Privilegien, wie die des Adels, können in der anbrechenden Zeit weder den Prinzipien der Aufklärung standhalten, noch mittels des nationalen Zusammenhalts legitimiert werden. Daher gehört die Zukunft dem Dritten Stand, Sieyès meint hier vermutlich zuallererst dem Bürgertum. </div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Auswirkungen </title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Dieses Flugblatt hat sehr grosse Aufmerksamkeit erlangt. Es gilt bis heute als das auflagenstärkste politische Flugblatt aller Zeiten. Besonders bei den führenden Vertretern des Dritten Standes wurden Sieyès' Formulierungen rege diskutiert und Sieyès stieg in den Kreis der einflussreichsten Stimmen dieser Vertreter auf. <br>Die breite Streuung des Flugblatts zeigt, dass man ein möglichst grosses Publikum, insbesondere lesekundige Männer, erreichen wollte. Offensichtlich ist die Kampfschrift an den Dritten Stand gerichtet. Jedoch müssen auch der König und seine Berater als Adressat gesehen werden, denn die Forderungen, welche Sieyès hier aufstellt, kann nur der König erfüllen. Der Druck auf den König, endlich den Staat in Richtung konstitutioneller Verfassung zu reformieren soll so aufrecht erhalten oder sogar gesteigert werden. <br>Der Verlauf der Generalständeversammlung, vor deren Eröffnung diese Flugschrift erschien, wurde auch von solchen Schriften beeinflusst. Die Vertreter des Dritten Standes beschworen sich gegenseitig, nicht wieder nachzugeben und auf den Forderungen zu beharren.</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Ein Aufruf zur Revolution?</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Sieyès gehörte zur "bretonischen Fraktion" innerhalb der Vertreter des Dritten Standes. Diese Fraktion war bereit, auch revolutionäre Schritte zu wagen, wenn auf anderem Weg keine Bewegung in die gewünschte Richtung erzielt wird. Letztlich sollte sich diese Sichtweise innerhalb der Vertreter des Dritten Standes durchsetzen und der Schritt zur Revolution erfolgte. Abbe Sieyès hatte an dieser Entwicklung massgeblichen Anteil. Mit dieser Schrift erhebt er einen revolutionären Anspruch, zumindest wenn der König nicht von sich aus einlenkt, was absehbar war. Dennoch ist die Schrift an sich keine Anstachelung zur Revolution. Dies hätte Sieyèse im Januar 1789 in Schwierigkeiten gebracht. Darüber WIE diese Forderungen umgesetzt werden sollen, wird wenig gesagt. Auch ist kein Aufruf zur Gewalt enthalten. Dennoch kann diese Flugschrift als Fanal bezeichnet werden, welches zusammen mit den Entwicklungen in Versailles im Frühjahr 1789 die Revolution entfachte. </div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Künstler und Auftraggeber</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Jean-Michel Moreau erschuf das Originalgemälde, die Radierung etwas später stammt allerdings von Isidore-Stanislaus Helman.<br>Moreau war ein französischer Maler, der von 1741 bis 1814, mehrheitlich in Paris, lebte. Besonders seine Kupferstiche waren berühmt. Er wird als Rokoko-Künstler bezeichnet und war damit in der absolutistischen Epoche verhaftet.<br>Helman dagegen war in erster Linie ein Drucktechniker. Er druckte verschiedenste Flugblätter aber auch Werke mit höherem künstlerischen Anspruch.<br>Der Nachdruck im Jahr 1790 entstand in Auftrag der Nationalversammlung, um an dieses denkwürdige Ereignis zu erinnern.</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Die Bildelemente</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Wir sehen die Eröffnung der Versammlung im "Salle des menues plaisirs" in Versailles. Dieser Saal wurde für grosse Notabelnversammlungen errichtet. Der Saal ist sehr hoch und die Decke von (antiken) Säulen getragen. Zentral ist der König und seine Entourage zu erkennen. Darunter befinden sich auch Frauen, unter den Abgeordneten selber sind jedoch keine zu erkennen. Dafür sind im Publikum offensichtlich zahlreiche Frauen zu sehen. Vor dem König sind wichtige Figuren platziert, die vermutlich die Sitzung leiten. Es könnte sich hierbei um den Ministerrat handeln. Über dem König, der auf dem Thron sitzt, erkennt man einen Baldachin. An den Wänden und an der Decke gibt es Bilder und Symbole. Unter anderem sind ein Löwe und die drei königlichen Lilien zu sehen. Um einen grösseren Leerraum in der Mitte versammeln sich die drei Stände: Zur Rechten des Königs der Klerus. Dieser ist gut an seiner (einheitlichen) Kleidung (Soutane) zu erkennen. Zu seiner Linken sitzt der Adel und an den Rändern sowie gegenüber dem König der Dritte Stand. Es fällt auf, dass Adel und Klerus sitzen, während die Vertreter des Dritten Stands stehen. Ausserdem sind die Vertreter des Dritten Standes schwarz gekleidet und die auffälligeren, farbigeren Kleider sind dem Adel und dem Klerus vorbehalten. Viele tragen Perücken.<br>Am Rand des Leerraums in der Mitte stehen Leute, die etwas vorzutragen scheinen.<br>Einige im Saal sind bewaffnet. Es handelt sich um Gardisten, welche die Zeremonie überwachen. Vermutlich sind es Soldaten der königlichen Armee und/oder Leibwache.</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Botschaft an den zeitgenössischen Betrachter</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Das Bild zeigt die Zeremonie zur Eröffnung der Generalständeversammlung 1789. Zu dieser Zeit waren die Menschen Bilder in ihrem Alltag viel weniger gewohnt als wir das heute sind. Daher hat das Bild zunächst die Funktion, über ein wichtiges Ereignis aufzuklären und dieses plastisch zu machen. Es zeigt der Öffentlichkeit, dass alles wie vorgesehen abläuft. Es soll daher neben informieren auch Sicherheit vermitteln. So wird zum Beispiel auf die Kleidervorgaben wert gelegt, die damals für die Vertreter des Dritten Standes schwarze Kleidung vorsah. Farbige Kleidung galt damals als etwas, das den wichtigen Kreisen (also neben dem König auch dem Adel und dem Klerus) vorbehalten war. <br>Die Würde der Zeremonie wird unterstrichen durch die Details des Saals und durch die ehrfurchtvolle Haltung der Anwesenden. Diese Haltung unterscheidet sich von der Unruhe auf den Zuschauerrängen (auf der linken Seite). Hier zeigt der Künstler viele Frauen höheren Standes, die dem Treiben amüsiert zuschauen. Die Bedeutung des Ereignisses wird klar, wenn man auch die interessierten Zuschauer (teilweise sind es vermutlich Vertreter des Dritten Standes) genauer betrachtet, die gedrängt in den hintersten Reihen stehen.<br>Der Nachdruck, durch den das Bild bekannt wurde, entstand am 4. Mai 1790. Also ein Jahr nach der Eröffnung der Versammlung. Es sollte somit auch ein Andenken an diese bemerkenswerte Eröffnung sein, welche in gewisser Weise zum Fanal für das kommende Revolutionsjahr wurde.</div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Aus heutiger Sicht</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Was dem Betrachter ins Auge sticht, sind die vielen anwesenden Personen und die Grösse des Saals. Die einzelnen Figuren sind winzig und es fällt auch auf, dass eine klare Ordnung herrscht. Beim genaueren Hinschauen sieht man genau, wie diese Ordnung aussieht: Die Vertreter der einzelnen Stände sind gut voneinander zu unterscheiden. Die stehenden, schwarz gekleideten Personen haben offensichtlich nicht die gleiche Stellung, wie die Vertreter auf der rechten und linken Seite. Am wichtigsten ist der König und dessen Familie, die durch farbliche Elemente hervorgehoben werden. Aus heutiger Sicht mag die klare Trennung der Geschlechter erstaunen. Die Frauen befinden sich auf den Zuschauerrängen, tragen dort eher zur Unordnung bei, während die Männer konzentrierter erscheinen.<br>Insgesamt unterstreicht das Bild die Würde dieser Versammlung, was man auch heute, über 200 Jahre später noch merkt. <br>Erstaunen können die vielen Perücken und die sehr einheitliche Kleidung pro Stand. Sicher hat hier der Künstler diese Einigkeit und Eindrücklichkeit noch zu steigern vermocht. Dennoch wird auch uns heute noch klar, dass diese Versammlung etwas besonderes, nicht alltägliches sein musste. <br>Das Bild wurde ein Jahr später als Abdruck nochmals aufgelegt, als Erinnerung an den Jahrestag der Eröffnung der Generalstände. Das zeigt, dass auch Franzosen zur Zeit der Revolution diese Darstellung hervorhoben.  </div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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         <title>Technische Aspekte</title>
         <author>bossartdavid</author>
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         <description><![CDATA[<div>Das Bild, welches hier zu sehen ist, ist eine Radierung. Dieses Bild entstand im Mai 1790 als Nachdruck eines Gemäldes, das ein Jahr früher entstand. Eine Radierung ist ein Druckverfahren. Der Künstler ritzt zuerst das Bild auf einer harten Vorlage oder auf einer Vorlage, die nachgehärtet wird. So kann diese Vorlage genutzt werden um mehrere Bilder abzudrucken, wozu unterschiedliche Mittel und Farben genutzt werden können. </div>]]></description>
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         <pubDate>2023-01-31 12:16:59 UTC</pubDate>
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