<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0">
   <channel>
      <title>Die kleine Figur meines Vaters by Raniii</title>
      <link>https://padlet.com/kake8371/c11ijlerc67mmvu3</link>
      <description>AG2000</description>
      <language>en-us</language>
      <pubDate>2021-10-30 08:25:16 UTC</pubDate>
      <lastBuildDate>2022-01-03 13:32:06 UTC</lastBuildDate>
      <webMaster>hello@padlet.com</webMaster>
      <image>
         <url></url>
      </image>
      <item>
         <title>Gülbahars Mitschriften</title>
         <author>kake8371</author>
         <link>https://padlet.com/kake8371/c11ijlerc67mmvu3/wish/1869496828</link>
         <description><![CDATA[<div><strong>Informieren Sie sich über die historische Vaterfigur von Peter Henisch.&nbsp;</strong></div><div>Sein Vater absolvierte zuerst eine handwerkliche Lehre, änderte jedoch schnell seinen Beruf als freier Pressefotograf in Wien. 1939 wurde er zur <strong>Wehrmacht einberufen</strong>. War einige Monate Meldegänger und wurde darauf Versetzt zur Propagandatruppe und war im Dienst als „Bildberichter“ in der Propagandakompanie (PK). Dort wurde er ein sehr erfolgreicher Kriegsfotograf. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er weiter als freier Pressefotograf für mehrere sozialdemokratische Medien. Er war bekannt als ein <strong>prominenter österreichischer Pressefotograf</strong> und zur Zeit des Zweiten Weltkriegs Kriegsberichterstatter der Wehrmacht und Kriegsfotograf. Er lebte förmlich für das fotografieren und hat folgendes gesagt: „Für mich war das Fotografieren immer die Hauptsache. Alles andere war nebensächlich“.<br><br><strong>Gibt der Text Anhaltspunkte dafür, warum er über seinen Vater schreibt</strong></div><div><strong>&nbsp;</strong></div><div>Anscheinend ist der Roman eine wichtige, nahestehende und persönliche Thematik für ihn, da er das Buch zum ersten Mal 1975, nach dem Tod seines Vaters, veröffentlicht hat und bis 2003 immer weiter daran gearbeitet hat (S.5-6) und bis heute nicht ganz zufrieden ist.</div><div>-Er hat bereits zu den Lebzeiten in Tonbändern das Leben des Vaters festgehalten und möchte diese nach seinem Tod in Worte fassen in Verbindung zu seinem Leben.</div><div>Er selbst schreibt im Roman: „nicht ganz klar […] warum mich Deine Lebensgeschichte plötzlich interessiert, aber mir ist, als wäre ich auf eine Spur geraten, der ich folgen will“ (S. 21)- Er merkt dass etwas übergeordnetes/ eine bestimmtes Gefühl ihn mit seinem Vater verbindet und er will dran festhalten, statt es zu ignorieren. : „die Suche nach mir mit der Suche nach Dir zu verbinden“(S.22)- Er spürt eine Bindung zwischen den beiden und sieht das schreiben an seinen Vater als eine Möglichkeit an, sich selber zu entdecken/ eine Wiederfindungsphase durch&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>Durch das Schreiben über ihn merkte er auch auf der anderen Seite, inwiefern er sich von seinem Vater unterscheiden möchte und muss, um sein eigener freier Mensch zu sein, um sich selber kennenzulernen (S.153)</div><div>&nbsp;</div><div><strong>Wie werden die Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg, die in den erzählten Lebenserinnerungen des Vaters eine beherrschende Rolle spielen, im Text wiedergegeben?&nbsp;</strong></div><div>Er entwickelte, als Kind, aus Inspiration zu seinem Fachlehrer Kloß (im Turnerbund), welchen er sich als Vater gewünscht hat, ein positives Gefühl gegenüber den Kriegen: „Und der Frankreichfeldzug war ein einziger Siegeslauf, ein einziger Rausch! /Wie hätte sich Fachlehrer Kloß über uns gefreut“ (S.59).</div><div>Das euphorische Bild änderte sich mit den kommenden Erinnerungen: „Die Erinnerungen […] Zeitfraffer-, teil im Zeitlupentempo aufgenommener Filme durch mein Hirn gelaufen. […] Diese Gefühl zu unterdrücken hat es verschiedene Mittel gegeben. […] für mich die Fotografie.“(S.59)&nbsp;</div><div>Die Lebenserinnerungen, als er zur Wehrmacht einberufen wurde und noch nicht an der Propagandakompanie als Fotograf arbeiten durfte, waren sehr anstrengend, welches er im Brief an seine Frau ebenfalls übermittelt: „nicht mehr gefallen, so schmutzig und unrasiert [ist er]“ (S. 52), jedoch will er unvoreingenommen gegenüber den Führer bleiben und dessen Ideologie „Der Führer wird schon wissen, was er tut“(S.53)</div><div>Er rechtfertig sein Verhalten, dass er die Nazis unterstützt, in dem er zum einen sagt, dass ihm viel unbewusst war und zum anderen, dass er nichts hätte daran hindern können oder womöglich große Schwierigkeiten gehabt hätte (vgl. S.69).</div><div>Die Lebenserinnerungen aus dem Zweiten Weltkrieg werden als <strong>Chancenmöglichkeiten</strong> des Vaters wiedergegeben, um in seinem Beruf und in seiner Kunst aufzusteigen, hervorzustechen, das „Warum oder Weshalb“ war ihm als Fotograf unwichtig (S.48), das Festhalten dieser Geschehnisse um seinem Beruf gerecht zu werden war ihm an erster Stelle:&nbsp;</div><div>„August 43 […] wird dein Vater entgültig als der BESTE KRIEGSBERICHTER DER GESAMTEN DEUTSCHEN WEHRMACHT“ (S. 13)</div><div>Oder:</div><div>„Als Fotograf habe ich Aufträge bekommen, ich habe diese Aufträge erfüllt. Was dahintergesteckt ist, danach habe ich nicht gefragt“ (S.69) : „ Die mit dem Finger am Abzug, das waren andere“(S.70)</div><div>oder als er euphorisch davon spricht, in welchem Land er die besten Bilder schießen durfte:</div><div>&nbsp;„die besten Bilder meiner ganzen Karriere, habe ich in RUSSLAND gemacht.“(S.82)</div><div>Die Erniedrigung von Gruppen (Juden, Behinderte, …) war für den Vater zweitrangig, er war der Auffassung, dass er so oder so keine Veränderung hätte aufrufen können: „Na deine gescheite Generation, sagt er.- Damals hat man sich nicht einfach hinstellen können und protestieren“ (S.73).</div><div>Seine Erinnerungen wiederspiegeln ein <strong>monotones, ödes Leben</strong>: „Krieg ist zum Alltag geworden“ und seine Absichten widmeten sich allein um das Fotografieren, die Folgen und Nutzungen der Bilder wurden ihm gleichgültig, für weitere Bedenken war keine Zeit oder Energie da: „was man auf diese Weise aus meinen Bildern gemacht hat […] hat mich das überhaupt nicht mehr interessiert“(S. 117), : „bin froh und stolz, daß meine Arbeit jetzt die entsprechende Würdigung findet.“(S.118)- Seine absichten in dem Krieg umkreisten allein seinem Erfolg als Fotograf und durch die Arbeit als PK war er erleichtert, nicht selber im Krieg töten zu müssen (vgl. S. 119).</div><div>Trotz der Ängste hat er dennoch <strong>seine Position genossen</strong> und welch <strong>höhere Verantwortung</strong> er tragen kann als kleiner Fotograf (Siehe Beispiel mit englischen Fotografen, die beinahe erschossen wurden, er jedoch hat sie mit seinem Befehl vorm sterben bewahrt).</div><div><strong>Welche Rolle spielt die dokumentarische Qualität des Tonbands, mit dem der Sohn die Erinnerungen des Vaters aufnimmt? Kann man den Text als dokumentarisch bezeichnen?&nbsp;</strong></div><div>Es geht dem Sohn darum, diese Erinnerungen durch das Tonband festzuhalten: „Es wäre schade, verschwieg ich, wenn so viel Erleben ganz einfach ungenutzt zum Teufel ginge“.(S.6) auf der anderen Seite jedoch gibt es ihm Inspiration für das Schreiben, seiner eigenen Leidenschaft und Berufung.</div><div>Auf der anderen Seite nennt Peter bestimmte Erinnerungen des Vaters (wie z.B. die Situation im Partisanenkrieg mit den Engländern) und gibt im nächsten Moment die Szene so wieder, als würde er sie nachleben, aber statt Kameras in der Hand, haben sie, mit dem Medium was Peter vorzieht, ein Tonband in der Hand und nehmen die Geschehnisse und ihre eigenen Stimmen auf. (Vgl. S. 149-151). Diese fiktive Erzählung spricht gegen einen dokumentarischen Text.&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>Ja, das Tonband dient ursprünglich die Erinnerungen dokumentarisch festzuhalten. Peter hat jedoch nach mehreren wiederspielen erkannt, dass viele Ungenauigkeiten und Widersprüche in manchen Erzählungen festzustellen sind. Diese Aufnahmen dienen vielmehr zur Selbstidentifikation Peters, zu erkennen, inwiefern sein Vater ihm ähnelt und auf der anderen Seite wie befremdlich er bestimmte Verhaltensweisen findet. Die Verwendung der Tonbänder dienen ihm als Therapie, mit seinem Vater im reinen zu sein und abzuschließen ( vorab: er konnte nie ganz Abschließen, sagt er selber auf Seite 6).</div><div>&nbsp;</div><div><strong>Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen der Kamera des Vaters und dem Tonband des Sohnes?&nbsp;</strong></div><div>&nbsp;</div><div>Beide Geräte dienen Ihnen als Medium, ihre Leidenschaft zu entfalten und ihre individuellen Kompetenzen zu stärken.</div><div>&nbsp;</div><div>Der Vater nutzt die Idee einer Kamera bereits in der Kindheit, als er im Kinderheim war, um sich selber vor traumatischen Erinnerungen zu bewahren, da ihm diese selbstentwickelte Kamera (eingerolltes Stück Papier) dabei geholfen hat, sich von diesen Problemen zu <strong>distanzieren</strong>: „Durch dieses FERNROHR war alles gewissermaßen weiter entfernt und genauer umgrenzt.“ Außerdem nutzte er die Kamera, um sein Leben festzuhalten. Peter, auf der anderen Seite, nutzt die Tonbänder um die Erinnerungen auf diese Weise festzuhalten und ebenfalls um <strong>Distanz</strong> zu gewinnen und im Nachhinein zu reflektieren, wie er sich von seinem Vater unterscheidet: „was wir auf der einen Seite an Distanz gewinnen, verlieren wir auf der anderen Seite an Spontaneität“ (S.153)</div><div>&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div><strong>Inwiefern identifiziert der Erzähler sich mit seinem Vater, wie nimmt er Distanz zu ihm auf?&nbsp;</strong></div><div><strong>Identifikation:</strong></div><div>Er zielt darauf hin, sich mit seinem Vater zu identifizieren, indem er sich mit seinem Leben befasst, wodurch er sich selber kennenlernt.&nbsp;</div><div>Beide präferieren freie, künstlerische Berufe statt eines anerkannten staatlichen Berufes (S.29).&nbsp;</div><div>Beide lassen nicht auf sich einreden und gehen nur ihrer Leidenschaft nach. Sie Leben für ihre Arbeit und arbeiten nicht um zu leben (S. 29).</div><div>„Was Dir zum Foto wird, wird mir zum Text“ (S. 106), Peter erkennt, wieviel ihn mit seinem Vater verbindet „je ähnlicher ich dir werde, desto besser glaube ich Dich zu verstehn“(S.106).</div><div>Als „Menschenfotograf“ (S.119) gefällt es dem Sohn, wie unvoreingenommen und ohne Vorurteile der Vater Bilder von den Menschen um sich macht, man erkennt die Liebe zu den Menschen in den Bildern, : „lassen etwas von menschlicher Nähe spüren“ (S.119), in dieser Weise erkennt Peter wiederrum, dass sein Vater nicht zu den Nazis gehört und sich von ihnen Unterscheidet : „ nein, so hat sie mein Vater nicht gesehen“, auf dieser Weise erkennt Peter einen Vater, der gute Absichten hat und nicht der Kriegsberichter und Nazi-Fotograf ist. Eine im Unterbewusstsein entwickelte Bindung entsteht: „jedes Gesicht, sagt er (also der Vater), erzählt eine Geschichte“.(S.119) : „ er sieht [sie] nicht […] [als] Ungeziefer“(S.120), : „ aber er SIEHT sie“ (S.120).</div><div>&nbsp;</div><div><strong>Distanz:</strong></div><div>Er nahm Distanz zu ihm auf, als er sich bewusst war, welche Arbeit sein Vater für die Nazis geleistet hat und diese mit Stolz aufgetragen hat (seiner Ansicht nach) : vgl Seite 22 ab „die Schrimmütze mit deinem Hakenfreuz…“</div><div>&nbsp;</div><div>Er nahm Distanz auf, indem er sein äußerliches Erscheinungsbild so umformen wollte, damit er seinem Vater nicht ähnele ( S.22: Bart wachsen lassen, Glatze zeigen statt es zu verstecken, wie der Vater es getan hat und er ist von der Körpergröße her länger, zu seinem Vorteil).</div><div>Er distanziert sich, indem er <strong>die Grundhaltung des Vaters gegenüber dem Krieg </strong>kritisiert und es <strong>so nicht Leben möchte</strong>. Peter ist bewusst, dass der Vater wenig ändern könnte, jedoch merkt er, dass dem Vater diese Geschehnisse als Mensch <strong>gleichgültig</strong> waren, und es ihm alleine um seine Vorteile ging: „in Deinem Fall, ist diese Grundhaltung eine Art von Positivismus […] alles ist Material“(S.152) und er durch seine mehrfache Verwendung der Distanz diese Gleichgültigkeit bewahren</div><div>&nbsp;</div><div>Er nimmt Distanz auf, indem er in einem Brief davon spricht, dass er sich gegenüber der Geschichte des Vaters doch entfernen muss, wodurch er erst zu sich selber und seiner Identität findet, damit er versteht, warum er der Mensch ist mit seinen Qualitäten und Eigenschaften, der er nun ist: „aus Deiner Geschichte herausschrieben, mich Deiner Geschichte gegenüber emanzipieren, um die meine zu finden“ (S. 153). Er versteht seinen Vater und versteht, wie sie sich ähneln „je ähnlicher ich dir werde, desto besser glaube ich Dich zu verstehn“ (S.106), dennoch zählt mehr dazu, als nur seinen Vater voll und ganz zu verstehen, um sich selber zu entdecken.</div><div>All das wofür er seinen Vater kannte ist durch Resignation in seinem Beruf zunichte gegangen. Er erkennt seinen Vater nicht wieder, all die Prinzipien, die Peter in der Erziehung mitgegeben wurden ( seiner Leidenschaft zu folgen und niemals aufzugeben) hat der eigene Vater losgelassen und Peter kann dieses Verhalten nicht verzeihen: „ Ja, Papa, vielleicht war es […] vor allem diese Resignation, die ich Dir nicht hab verzeihen können, […] Doch was ist aus dem Papa geworden […] jenem […] Mann […] der mir durch sein tägliches Beispiel dieses Ideal vermittelt hatte? (S. 216)</div><div>&nbsp;</div><div>&nbsp;</div><div>&nbsp;</div>]]></description>
         <enclosure url="" />
         <pubDate>2021-11-05 08:42:56 UTC</pubDate>
         <guid>https://padlet.com/kake8371/c11ijlerc67mmvu3/wish/1869496828</guid>
      </item>
      <item>
         <title>BESTA BRE</title>
         <author>kake8371</author>
         <link>https://padlet.com/kake8371/c11ijlerc67mmvu3/wish/1869841405</link>
         <description><![CDATA[]]></description>
         <enclosure url="" />
         <pubDate>2021-11-05 12:41:51 UTC</pubDate>
         <guid>https://padlet.com/kake8371/c11ijlerc67mmvu3/wish/1869841405</guid>
      </item>
      <item>
         <title>Sekundärliteratur: </title>
         <author></author>
         <link>https://padlet.com/kake8371/c11ijlerc67mmvu3/wish/1886206290</link>
         <description><![CDATA[<div>https://katalogplus.ub.uni-bielefeld.de/Record/991025849211906442<br>-Manal</div>]]></description>
         <enclosure url="https://katalogplus.ub.uni-bielefeld.de/Record/991025849211906442" />
         <pubDate>2021-11-12 08:58:46 UTC</pubDate>
         <guid>https://padlet.com/kake8371/c11ijlerc67mmvu3/wish/1886206290</guid>
      </item>
   </channel>
</rss>
